Alzheimer: Gehirnflüssigkeit könnte der Auslöser sein

22. Oktober 2002, 14:18
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Nach Absaugen verlangsamt sich Fortschreiten der Krankheit - Zerebrospinale Flüssigkeit scheint Hirnzellen zu erdrücken

Stanford - Wissenschaftlern der Universität von Stanford ist es gelungen die Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen, nachdem sie Patienten teilweise die Hirnflüssigkeit abgesaugt hatten, berichtet BBC-Online. Die Forscher nehmen an, dass die Krankheit durch die zerebrospinale Flüssigkeit (CSF), die sich in Hirnkammern, den Ventrikeln, aufbaut, auf gewisse Regionen des Hirns drückt. Das führe schließlich zum Tod der Hirnzellen und folglich zum Ausfall von Hirnleistung.

Das Ableiten der CSF wurde bereits in den 60-er Jahren getestet. Das Verfahren wurde wegen nicht allzu guter Ergebnisse und einer Reihe von Nebeneffekten schließlich abgebrochen. Nun haben aber Wissenschaftler von drei verschiedenen Universitäten das Verfahren erneut ausprobiert und sind zu guten Ergebnissen gekommen. Zuerst wurde die Ableitung an Patienten getestet, die an einem abnormen Aufbau der CSF, einem so genannten Hydrocephalus, litten.

Durch die Ableitung der CSF konnten die Demenzerscheinungen, die ähnliche Symptome wie die Alzheimer Krankheit aufwiesen, gestoppt werden. Gerald Silverberg, leitender Forscher des Projekts, meinte, dass die Forscher davon ausgingen, dass es sich bei Hydrocephalus und Alzheimer um zwei verschiedene Erkrankungen handelt. "Nun müssen wir davon ausgehen, dass beide mit einer Fehlfunktion der CSF zu tun haben", so Silverberg. Die erste Studie an zwölf Patienten verlief nach Ansicht der Forscher gut. Die Patienten, die sich dem Eingriff unterzogen haben, zeigten weniger mentale Verfallserscheinungen als die elf Patienten, die nicht nach der Methode behandelt wurden. Die Ergebnisse wurden im Zeitraum von drei Monaten untersucht.

Sample war zu klein

Die Forscher sehen in der neuen Behandlungsmethode einen Schritt zur Behandlung von Alzheimer, weisen aber daraufhin, dass die Zahl der Patienten zu klein gewesen sei, um weitere Schlüsse darauszu ziehen. Kritik kam auch vom Direktor der britischen Alzheimer Society, Richard Harvey. Harvey erklärte, dass bei Obduktionen von verstorbenen Alzheimer-Patienten keine großen Mengen von CSF gefunden wurden. Der Mediziner warnte davor, CSF-Ableitungen zu schnell durchzuführen. Auch der CEO des Alzheimer´s Research Trust, Harriet Millward, äußerte sich kritisch. In der Vergangenheit habe sich die Methode als zu risikoreich mit zu vielen Nebenwirkungen gezeigt.

Das Studienergebnis der amerikanischen Forscher wird im Fachmagazin "Neurology", dem Wissenschaftsblatt der amerikanischen Academy of Neurology, veröffentlicht. (pte)

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