Sojabohnen aus dem All zurück

22. Oktober 2002, 13:59
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DuPont-Forscher untersuchen Möglichkeiten der Effizienzsteigerung

Wilmington - Ein eher ungewöhnlicher Weltallflug zu Forschungszwecken ist beendet. Die Sojabohnen, die im Juni vom US-Chemieriesen DuPont an Bord der Antlantis ins All geschickt wurden, haben die Erde wieder erreicht. Im Zuge des 97-tägigen Allausfluges wurde erstmals der gesamte Wachstumszyklus - von der Anpflanzung der Samen bis zum Anbau neuer Samen - im All abgeschlossen. Mittels Video-Überwachung und den von der ISS übertragenen Daten erhoben DuPont-Forscher die Effekte der Schwerelosigkeit und anderer Bedingungen im All auf das Pflanzenwachstum.

Das Sojabohnen-Saatgut-Experiment ist ein Co-Projekt des DuPont-Tochterunternehmens Pioneer Hi-Bred International und des Wisconsin Centers for Space Automation and Robotics (WCSAR). Als Teil des Versuchs wurden auch Sojabohnen-Samen der Marke Pioneer in speziellen Wannen in Wachstumskammern gezüchtet. Pioneer-Forscher überwachten täglich das Wachstum und nahmen zu dessen Unterstützung Anpassungen der Nährstoffzufuhr vor.

Untersuchung der Inhaltsstoffe

Zurück im Labor analysiert das Pioneer-WCSAR-Team nun die geernteten Samen und untersucht, ob sich die Inhaltsstoffe Öl, Eiweiß, Kohlenhydrate oder sekundäre Pflanzenstoffe verbessert haben. Von dieser Verbesserung sollen laut Forschern Landwirte und Konsumenten profitieren. Pioneer wird die Samen auch einer genetischen Untersuchung unterziehen. Die Informationen sollen genutzt werden, um die Erträge der Sojabohnen zu steigern.

Nach Angaben des "United Soybean Board" stellen Sojabohnen die größte Einzelquelle einer Eiweißmahlzeit und von pflanzlichem Öl in der menschlichen Ernährung dar. Größter Sojabohnen-Händler sind mit 54 Prozent die USA. Im Jahr 2000 wurden Sojabohnen und –produkte im Wert von 6,6 Mio. Dollar exportiert. Allein der Saatgut-Konzern Pioneer hat mehr als 100 verschiedene Produkte auf dem Markt. (pte)

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