Audio-Kopierschutz – alles umsonst?

23. Oktober 2002, 16:48
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Ein Student der Princeton-Universität veröffentlicht eine Analyse dreier Kopierschutzverfahren für Audio-CDs im Netz

Alex Halderman ist ein Student der Princeton-Universität. Auf dem Digital Rights Management-Workshop der Association for Computing Machinery wird er seine Analyse zu den drei gängigsten Kopierschutzverfahren präsentieren.

Wie es dazu kam

Ursprünglich war der Informatikstudent nur verärgert, da er viele CDs nicht mehr in seinem PC abspielen konnte. Schließlich entschloss sich der engagierte Student dann aber gleich zu einer Analyse des Kopierschutzes.

Drei CDs

Untersucht wurde Charley Prides "A Tribute to Jim Reeves", die mit dem Mediacloq-Schutz der Firma Sunncomm ausgeliefert wird, "More Music from the Fast and the Furious" mit dem Cactus Data Shield-Schutz der Firma Midbar und Celine Dions "A New Day Has Come" mit dem Key2Audio-Schutz von Sony DADC.

Alle drei CDs wurden unter Windows und Linux mit verschiedenen Hard- und Softwarekombinationen gestestet.

"Das Konzept eines Kopierschutzes für Audio-CDs ist von Grund auf unsinnig"

Halderman fand bei den CDs Verstöße gegen die Red Book-Spezifikation (Dabei handelt es sich um einen einheitlicher Standard für Audio-CDs: jede Audio-CD soll dadurch in allen Audio-CD-Playern, aber auch in jedem CD-ROM abgespielt werden können). Bei der Analyse der verwendeten Software fand der Student heraus, dass bereits kleine Code-Änderungen zu einer besseren Akzeptanz geschützter CDs führen würden. Auch im Hardware-Bereich sei eine größere Kompatibilität einfach zu realisieren. Halderman kommt daher zur Schlußfolgerung: "Das Konzept eines Kopierschutzes für Audio-CDs ist von Grund auf unsinnig." Dauerhafte Inkompatibilitäten könne es nicht geben, da Hard- und Sofware beständig weiterentwickelt würden.

Bei der Analyse konnten nur die Programme CloneCD und CDDA Paranoia in Kombination mit einem Plextor-Laufwerk jede CD benutzen.(red)

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