Küberl ortet "Kommunikations- Blockade mit Innenministerium"

22. Oktober 2002, 15:02
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Die Situation rund um die Übertragung der Rückkehrberatung an eine private Firma sei "sehr angespannt"

Wien - Eine "Kommunikationsblockade der besonderen Art" zwischen der Caritas und dem Innenministerium ortet Caritas-Präsident Franz Küberl. Die Situation rund um die Flüchtlinge und die von Innenminister Ernst Strasser (V) geplante Rückkehrberatung durch eine private Firma sei sehr angespannt, die Frage der Unterbringung von Leuten während ihres Asylverfahrens sei nach wie vor ungeklärt, stellte Küberl am Dienstag vor Journalisten fest und kommentierte Strassers Vorgehen als "Tritt ans Schienbein der Caritas".

"Wir werden uns Schienbeinschützer zulegen", meinte der Caritas-Präsident. Seit Jahren biete die Caritas Rückkehrberatung an, tausende Flüchtlinge habe sie schon in ihre Herkunftsländer zurück gebracht und sie werde das auch weiter tun. Mit sechs Mitarbeitern in der Rückkehrhilfe und etwas über 20 in Flüchtlingsberatungsstellen könne die Caritas allerdings keine allzu großen Sprünge machen. Erfreut sei er, Küberl, darüber, wie viel Geld plötzlich für Rückkehrberatung zur Verfügung stehe. "Wir haben natürlich grundsätzlich nichts gegen eine neue Rückkehrberatung, aber nur dann, wenn sie wirklich gut ist und nicht der verkleidete Arm des Innenministeriums", erklärte Küberl.

Eine vernünftige Rückkehr könne es nur dann geben, wenn sie wirklich freiwillig erfolge. "Niemand verlässt grundlos seine Heimat. Ich kenne Fälle, da werden die Leute aus ihren Häusern geschossen, sonst gehen sie nicht", meinte der Caritas-Präsident. Und eine Rückkehr könne auch nur dann gelingen, wenn es ein "Minimum an Anker" im Heimatland gebe. Die Caritas, so Küberl, sage die Wahrheit in Liebe und mache den Leuten für eine Zukunft in Österreich keine falschen Hoffnungen, auch wenn ihr das immer wieder vorgeworfen werde.

Den Streit, den die Caritas nun mit dem Innenministerium austrage, führt Küberl auf den Wahlkampf zurück, der die Situation besonders anheize. " Und dann ist die Flüchtlingsfrage, die wir jetzt in Österreich haben, nur das letzte Glied einer Kette, die ihren Anfang in den Herkunftsländern der Flüchtlinge hat", stellte Küberl fest. Schärfere Asylgesetze würden da keine Probleme lösen. Das Problem müsse an der Wurzel gepackt und europaweit müsse etwas zur Verbesserung der Situation in den Herkunftsländern getan werden. "Das wird 20, 30 oder 40 Jahre dauern", meinte der Caritas-Präsident.(APA)

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