Mäuse mit Köpfchen

23. Oktober 2002, 13:38
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Von japanischen Forschern entdeckter Eiweißstoff verbessert Lernfähigkeit

Washington - Japanische Forscher haben einen Eiweißstoff entdeckt, der Mäuse klüger macht. Nager, deren Hirn mehr von dem Protein KIF17 aufwiesen, lernten schneller und behielten das Erlernte länger im Gedächtnis. Das Team um Nabutaka Hirokawa von der Universität von Tokio sieht in diesem Ergebnis einen wichtigen Einblick in die biologischen Grundlagen der Lernfähigkeit und des Gedächtnisses.

In einer Online-Vorabveröffentlichung des US-Fachjournals "Proceedings of the National Academy of Sciences" beschreiben die Forscher KIF17 als "Motor- Protein". Es transportiere einen anderen Eiweißstoff, das Rezeptor- Protein NR2B, auf so genannten Zell-Schienen (Mikrotubuli) vom Inneren zur Membran der Hirnzellen. NR2B war schon vor einigen Jahren als entscheidender Lernfaktor identifiziert worden. Doch dieses Protein kann nur zur Geltung kommen, wenn es huckepack auf KIF17 zur Zellmembran gelangt.

Hirokawa und Kollegen züchteten Mäuse, die mehr KIF17 in den für den Lernprozess entscheidenden Hirnregionen produzierten. Tatsächlich waren diese gentechnisch manipulierten Nager ihren Artgenossen im Test weit voraus. Sie fanden sich im Labyrinth besser zurecht und vergaßen die neu erlernten Informationen nicht so schnell. Außer dem Motor-Protein KIF17 fanden die japanischen Forscher auch erhöhte NR2B-Anteile im Hirn der manipulierten Mäuse. Daraus schließen sie, dass die beiden Eiweißstoffe Hand in Hand wirken und KIF17 auch direkten Einfluss auf die Produktion und Wirkungsweise von NR2B hat. (APA/dpa)

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