Vermeintliche Hinweise auf Jesus Existenz

22. Oktober 2002, 12:37
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Inschrift einer Graburne lautet "Jakob, Sohn von Joseph, Bruder von Jesus"

Washington - Mit einer Inschrift auf einer fast 2.000 Jahre alten antiken Gebeinurne hat ein französischer Forscher eventuell einen der frühesten Hinweise auf die historische Existenz von Jesus Christus entdeckt. Die in der altertümlichen Sprache Aramäisch verfasste Gravur laute "Jakob, Sohn von Joseph, Bruder von Jesus", schreibt der französische Schriften-Experte Andre Lemaire in der US-Fachzeitschrift "Biblical Archeology Review".

Zwar seien diese Namen zur Entstehungszeit der Gebeinkiste, 63 nach Christus, gebräuchlich gewesen, schreibt der Forscher an der Sorbonne Universität in Paris weiter. Doch sei die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Namen zusammen auftauchten, sehr gering. Zudem sei die Erwähnung des Bruders eines Toten auf den Urnen unüblich gewesen. Daraus könne geschlussfolgert werden, dass es sich bei dem erwähnten Jesus um eine bekannte Persönlichkeit gehandelt haben müsse. Jakob der Gerechte, der Führer der christlich-jüdischen Kirche nach der Kreuzigung von Jesus Christus, sei in der Bibel mehrfach als "Bruder von Jesus" bezeichnet worden.

Ein Vertreter der Bibelschule in Jerusalem zeigte sich gegenüber dem wissenschaftlichen Wert des Fundes skeptisch: Er glaube nicht, dass sich der Name Jesus auf eine Berühmtheit beziehe, sagte Jean-Michel de Tarragon. Lemaire zufolge bewahrten Juden bis zur Zerstörung des Tempels von Jerusalem um 70 nach Christus die Überreste von Familienangehörigen häufig in Gebeinkisten, so genannten Ossarien, auf. (APA)

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