Österreichische Schüler sind Lesemuffel

22. Oktober 2002, 11:59
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Vor allem Burschen lesen nur, wenn sie müssen - Lesekompetenz aber vergleichsweise hoch - Mit Grafik

Österreichs Jugendliche sind Lesemuffel - vor allem Burschen müssen zum Lesen "gezwungen" werden. Zu diesen Ergebnissen kam im Vorjahr die internationale Bildungsvergleichsstudie PISA (Programme for International Student Assessment). Mehr als 50 Prozent der 15- bis 16-jährigen österreichischen Burschen und rund 30 Prozent der Mädchen (insgesamt: 40 Prozent) gaben dabei an, nur dann zu lesen, wenn sie dies wirklich müssen.

Zum Lesen "gezwungen"

Ähnlich stark zum Lesen "gezwungen" müssen die Jugendlichen nur in Japan (46 Prozent), Belgien (44 Prozent), Norwegen (42 Prozent), den USA (41 Prozent) und Spanien (41 Prozent) werden. Der OECD-Schnitt liegt bei etwa 35 Prozent.

Als eines ihrer Lieblingshobbys bezeichnen das Lesen nur rund 17 Prozent der österreichischen Burschen, aber immerhin rund 43 Prozent der Mädchen. Auch damit liegt man unter dem OECD-Schnitt: Etwa ein Viertel der 15- bis 16-Jährigen Burschen in den Industriestaaten zählt Lesen zu den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen, bei den Mädchen sind es 45 Prozent. Gerne in eine Buchhandlung oder eine Bibliothek gehen nur 20 Prozent der österreichischen Burschen (OECD: 37 Prozent) und 44 Prozent der Mädchen (OECD: 58 Prozent).

Lesen als "Zeitverschwendung"

Immerhin 27 Prozent der befragten österreichischen Schüler halten Lesen für eine "Zeitverschwendung" (OECD-Schnitt: 21 Prozent), mehr als die Hälfte liest nur, um benötigte Informationen zu erhalten (OECD-Schnitt: 45 Prozent).

Wesentlich erfreulicher dagegen die Bewertung der Lesekompetenz: Hier nimmt Österreich als bestes mitteleuropäisches Land Platz zehn in der OECD-Rangliste ein. Allerdings können vier Prozent der Kinder am Ende der Schulpflicht kaum lesen und bei weiteren zehn Prozent sind Leseschwächen feststellbar.

Leselust ist nicht gleich Lesekomptetenz

Wie die Studie zeigt, ist Leselust nicht gleich Lesekompetenz: So schätzen sich etwa die mexikanischen Schüler als begeisterte Leser ein, die Literatur zu ihren Lieblingshobbys zählen und Lesen kaum als Zeitverschwendung betrachten. Allerdings schneiden sie bei den Tests zur Lesekompetenz weit unter dem Durchschnitt ab. (APA)

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