Bertelsmann macht BOL Deutschland dicht

22. Oktober 2002, 12:53
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Kein Käufer gefunden

Frankfurt - Der Bertelsmann-Konzern will den Internetbuchhändler BOL in Deutschland schließen.

Den rund 50 Mitarbeitern sei bereits mitgeteilt worden, dass die deutsche BOL-Gesellschaft zum Jahresende aufgelöst werde, sagte ein Sprecher der Bertelsmann Direct Group am Dienstag. In dem Bereich hat der Gütersloher Konzern sein Buch- und Musikclubgeschäft mit dem Onlinehandel zusammengefasst, der unter der Marke BOL in verschiedenen Ländern Bücher, CDs und Spiele über das Internet verkauft.

Kein Käufer zu einem akzeptablen Preis

Bertelsmann habe keinen Käufer für die deutschen BOL-Aktivitäten zu einem akzeptablen Preis gefunden, erläuterte der Sprechern weiter. Mit den Mitarbeitern werde nun ein Sozialplan verhandelt und versucht, für sie eine Beschäftigung in anderen Bertelsmann-Abteilungen zu finden. Die Verhandlungen über den Verkauf der verbliebenen BOL-Aktivitäten in Schweden und den Niederlanden liefen dagegen weiter. In Schweden werde ein Abschluss der Gespräche in dieser oder der nächsten Woche erwartet, sagte der Sprecher.

Die Bertelsmann Direct Group will sich im Zuge ihrer Restrukturierung von dem Verlust bringenden BOL-Geschäften trennen. Im vergangenen Jahr waren bereits sechs Landesvertretungen geschlossen worden. Der separate Internetvertrieb der Buchclubs wird dabei beibehalten.

Die Direct Group hat im ersten Halbjahr 2002 einen operativen Verlust (EBITA, Betriebserfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 119 Mill. Euro erzielt. Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hat für das kommende Jahr zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis für die Sparte angekündigt.(APA/Reuters)

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