Vom wirtschaftlichen Nutzen der Kulturhauptstadt

22. Oktober 2002, 11:41
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"Vorschusslorbeeren" für Graz 2003: Studie prognostiziert 75 Prozent mehr Einnahmen als Ausgaben für den Bund

Wien - Ein geschaffener Produktionswert von insgesamt 265 Mill. Euro, eine daraus resultierende Wertschöpfung von 140 Mill. Euro und 2.500 Arbeitsplätze in Summe in den Jahren 1999 bis 2004: Dies sind die Eckdaten einer von Joanneum Research durchgeführten Studie über die wirtschaftlichen Impulse, die vom Projekt "Graz 2003" ausgehen. Dass Graz im kommenden Jahr "Kulturhauptstadt Europas" ist, werde neben Einmaleffekten auch längerfristige Auswirkungen haben, schilderte Montag Abend "Graz 2003"-Geschäftsführer Manfred Gaulhofer die "außerordentlich positiven" Ergebnisse der Studie bei der Präsentation des Projektes im Parlament in Wien.

Arbeitsplätze sichern

Die Studie unter dem Titel "Kunst und Wirtschaft - Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas" zeige, dass der Bund durch zusätzliche Steuereinnahmen 75 Prozent mehr einnehmen werde als er eingesetzt hat, so Gaulhofer. Diese zusätzlichen Steuereinnahmen würden 36 Mill. Euro betragen, wovon 25 Mill. an den Bund, sechs Mill. Euro an das Land Steiermark und fünf Mill. Euro an die Gemeinden gehen werden. Das erwartete dauerhafte Besucherplus von vier Prozent werde langfristig 130 Arbeitsplätze sichern. Im kommenden Jahr wird mit einer Steigerung der Nächtigungen um zehn Prozent gerechnet.

Bauboom

Insgesamt stehen den Veranstaltern von "Graz 2003" bis zu 60 Mill. Euro für Programm und Marketing zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Infrastruktur-Investitionen und einen Bauboom nicht nur im Kulturbereich. Spektakulärste Bauprojekte sind das neue Kunsthaus, eine "blaue Blase" der Architekten Cook/Fournier, sowie die Acconci-Insel in der Mur.

Vom Erfolg, den man hat Lorenz selbst wurde "ganz schwummerig" bei all den Vorschusslorbeeren, die dem Projekt umgehängt werden: "Erfolg hat man dann, wenn man ihn gehabt hat", mahnte er, die Wirkung des am 9. 1. beginnenden und bis zum 30. 11 dauernden Programmes abzuwarten.

Vom richtigen Zeitpunkt

Der Grazer Bürgermeister Alfred Stingl (S) bezeichnete Graz 2003 als "rot-weiß-rotes Projekt für ganz Europa" Auch sei der Zeitpunkt, zu dem Graz europäische Kulturhauptstadt wird, "genau der richtige": 2003 ist letztes Vorbereitungsjahr zur EU-Erweiterung. Graz 2003 sei "ein politisches Projekt mit Mitteln und Sprache der Kultur und Kunst". (APA)

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