Abhilfe bei Stuhlinkontinenz

22. Oktober 2002, 11:22
posten

Mit einem neuen Implantat wird eine Manschette subkutan um nicht funktionerenden Schließmuskel gelegt

Wien - Mit einem neuen Implantat möchte die Vorarlberger Firma A.M.I. Agency for Medical Innovations in Götzis Personen mit Stuhlinkontinenz das Leben erleichtern. Das System arbeitet mittels hydraulischer Manschette und Pumpe und wurde mit Unterstützung des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) entwickelt. "Anal Band" - so der Name - wird in Österreich hergestellt und laut Firmenangaben ab 2003 erhältlich sein.

Stuhlinkontinenz betrifft etwa sieben Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren, so A.M.I.. Aber auch jüngere Menschen können beispielsweise nach einem Unfall, bei dem der Schließmuskel beschädigt wurde, betroffen sein. Die Personen stehen unter psychischem Druck und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist nur sehr eingeschränkt möglich.

Manschette und Pumpe

"Anal Band" besteht aus einer Manschette und einem Verschlusssystem. Die Manschette wird vom Chirurgen subkutan - also unter der Haut - um den nicht mehr funktionierenden Schließmuskel gelegt, das Verschlusssystem wird an einer geeigneten Stelle - etwa im Bereich des Schambeines oder auf dem Brustbein - implantiert. Beim Betätigen des Verschlusses wird Flüssigkeit in die Manschette gepumpt, der Muskel dadurch verschlossen. Durch neuerliches Betätigen des Verschlusses erschlafft die Manschette, gezielte Stuhlentleerung ist damit wieder möglich. Der Schließdruck der Manschette ist individuell einstellbar und kann auch nachträglich feinreguliert werden.

Der Vertrieb von "A.M.I. Anal Band" ist weltweit vorgesehen. Mögliche Interessenten werden von österreichischen Chirurgen in Workshops und an Trainingsmodellen in der richtigen Implantation des Systems geschult. (APA)

Share if you care.