Siemens erwartet ab 2003 stagnierenden Handymarkt in Österreich

22. Oktober 2002, 09:05
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Heuer Rückgang um 25 Prozent - Nur noch zwei Millionen Geräte wegen UMTS-Verzögerung

Der gesättigte österreichische Handymarkt wird heuer um 25 Prozent auf 2 Millionen verkaufte Geräte zurückgehen, schätzt der für den Mobilfunkbereich zuständige Siemens Österreich-Vorstand Franz Geiger. Der Grund dafür sei, dass sich der dritte Mobilfunkstandard UMTS verzögere und viele Unternehmen auf der Investitionsbremse stünden. Ab 2003 sei hingegen mit einem stagnierenden Markt zu rechnen. Siemens wolle dabei seinen zweiten Platz im österreichischen Mobilfunkmarkt nach dem Marktführer Nokia weiter ausbauen.

Im nächsten Jahr wieder Anstiege

"Der Rückgang wird Ende dieses Jahres seinen Boden gefunden haben", meinte Geiger in New York vor österreichischen Journalisten. Da durch neue Features und Funktionen die Nachfrage nach Ersatzgeräte kräftig steigen werde, sei ab 2003 mit einem "geradeaus fahrenden Markt" zu rechnen.

Kompensation durch Osteuropa-Umsätze

Siemens Österreich, das neben Österreich auch für acht mittel- und osteuropäische Staaten verantwortlich ist, sei es gelungen, Rückgänge im österreichischen Markt durch starke Zugewinne in Kroatien, Slowenien, Bosnien, Rumänien, der Slowakei und Serbien teilweise wettzumachen, so Geiger. In Kroatien, Slowenien und Bosnien sei Siemens Marktführer, in Tschechien, der Slowakei und Serbien Marktzweiter. In Rumänien, wo Siemens einen Auftrag für einen Netzaufbau im Volumen von 100 Mill. Euro an Land gezogen hat, sei man auf Platz drei. 2003 wolle Siemens zumindest in vier dieser Staaten auf Platz eins kommen, prognostizierte Geiger.

"Wir wollen 30 Prozent"

Siemens Österreich hat seinen Marktanteil heuer laut Marktforschungsinstitut GfK von 16,1 Prozent auf knapp 28 Prozent gesteigert, während der des Marktführers Nokia von 58,1 Prozent auf 54,7 Prozent geschrumpft ist. "2003 wollen wir übers Jahr die 30 Prozent beim Marktanteil schaffen", kündigte Geiger an. Heuer habe Siemens in Österreich mehr 600.000 Handys verkauft, 2003 soll diese Zahl auf rund 650.000 steigen.

30 Prozent der in Österreich derzeit verkauften Handys seien GPRS-Geräte (General Packet Radio System). 50 Prozent dieser Geräte seien Siemens-Handys, berichtete Geiger. GPRS werde zunehmend zu einem Standard-Feature werden.

Handlungsbedarf für die Handyindustrie

Bei mobilen Datendiensten sieht Geiger in den nächsten 12 bis 18 Monaten noch großen Handlungsbedarf für die Handyindustrie. "Damit diese Anwendungen massenmarktfähig werden, muss noch viel passieren", betonte Geiger. Die Applikationen seien heute noch viel zu komplex und ihre Anwendung zu umständlich: "Die mobile Welt muss einfacher werden, sonst können diese Anwendungen nicht unter die Menschen gebracht werden".

Anwendungen müssten stärker personalisiert und stärker auf Zielgruppen - etwa als geschäfts- oder Unterhaltungsanwendungen - zugeschnitten werden, betonte Geiger. Hier müsse ein Paradigmenwechsel stattfinden. Für den Erfolg von UMTS sei es wichtig, dass die Anwendungen content- oder servicebezogen abgerechnet würden - etwa je nach abgelaufenen Verkehrs- oder Sportinfo.(APA)

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