Scheich wird Wiener Hotelier

21. Oktober 2002, 22:20
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Ein Wüstensohn mischt die Wiener Hotel-szene kräftig auf: Der saudische Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber, der bereits das "Amarante" betreibt, hat nun auch das "Grand Hotel" am Kärntner Ring erworben.

Wien - Das Wiener "Grand Hotel" hat einen neuen Besitzer: Die Hotelgruppe JJW Hotels & Resorts des saudi-arabischen Baulöwen Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber hat das Haus am Kärntner Ring von der japanischen Fluglinie All Nippon Airways (ANA) übernommen. Man habe bereits seit längerem Interesse für das Hotel gehabt, nun habe man sich gegen 18 Mitbewerber durchgesetzt, sagte Al Jaber. Der Kaufpreis habe rund 120 Millionen Euro betragen.

Der Scheich will die Qualität des Hauses weiter verbessern, ansonsten werde sich jedoch nicht viel ändern. Das Fünf-Sterne-Hotel umfasst 205 Zimmer und Suiten mit 410 Betten, drei Restaurants sowie einen der größten Ballsäle in der Donaumetropole.

Flaggschiff

Als General-Manager wird ein Österreicher eingesetzt, der demnächst vorgestellt werden soll. Dieser soll das Grand Hotel zum "Flaggschiff" der Gruppe - mit Hauptsitz in London - machen. Der erste Schritt ist bereits getan: Als zweites Wiener Hotel nach dem Sacher wurde man in die Gruppe der "Leading Hotels of the World" aufgenommen.

Die JJW-Hotelgruppe wurde Ende der Achtzigerjahre gegründet. Mittlerweile betreibt sie mehr als 40 Hotels in Frankreich, Großbritannien, Portugal und im arabischen Raum. Der Wert dieser Hotels beträgt laut Al Jaber rund 1,6 Milliarden Dollar. In Wien betreibt JJW bereits das 1995 eröffnete Drei-Sterne-Hotel "Amarante" am Matzleinsdorfer Platz. Im Jahr 2004 will der Scheich zusätzlich ein Vier-Sterne-Hotel in der Bundeshauptstadt erwerben.

Zur festlichen Eröffnung am Montagabend erschien zahlreiche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Hochadel - unter anderem die saudischen Prinzen Sultan Bin Salman und Abdullah Bin Faisal. Der Verkauf durch die ANA passt in die Geschäftspolitik der Airline, in jenen Städten, die von ihr angeflogen werden, ein eigenes Hotel zu unterhalten: Nachdem Wien seit rund eineinhalb Jahren nicht mehr am Flugplan steht, wurde auch das Hotel verkauft. 1989 hatten die Japaner das Grand Hotel erworben, das davor der Hauptsitz der Internationalen Atomenergiebehörde war. (zwi; DER STANDARD, Printausgabe, 22.10.2002)

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