Stadt und Land

22. Oktober 2002, 18:49
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22.10.2002 - Ein Reformtagebuch über "heute" aus Niederösterreich und Wien

Für den Lacher des Abends sorgte Langzeitgeneral Gerd Bacher, als der ORF Niederösterreich seine ersten 35 Jahre feierte: Die Führung der Anstalt möge achten, dass aus Landesstudios keine Landeshauptmannstudios werden, berichten Ohrenzeugen. Bacher vor der ehemaligen Intendantin und heutigen Generaldirektorin Monika Lindner sowie Landeshauptmann Erwin Pröll, der das Studio "Herzstück" nannte: In Niederösterreich gebe es da ja keine Gefahr. Was erheiterte.

Zuvor präsentierte Wien seine neue "heute"-Sendung. Hier redete der Bürgermeister nicht, hörte indes, er werde wohl mit dem neuen, journalistischen Konzept der Sendung nicht immer zufrieden sein.

Schätzt er professionelles Fernsehmachen, wird er. "Wien heute" ist noch nicht das angekündigte "Nachrichtenmagazin". Aber mit neuer Struktur, neuem Studio, neuer Ambition, neu motivierter Moderation, ohne Gewinnspiele endlich ein Journal, das der Großstadt gerecht wird.

Dort getraut man sich, einen teuren Reifenhändler mit der Rechtfertigung zu zeigen: Um zu wissen, ob der Pneu "links oder rechts, mit oder gegen Fahrtrichtung" zu montieren sei, brauche es eben Fachleute.

Die Landespolitik hat gewiss ähnliche Gustostücke zu bieten. Hoffentlich auch in "Wien heute". (fid/DER STANDARD, Printausgabe vom 22.10.2002)

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