"Pillen-Kamera" bewährt sich

21. Oktober 2002, 18:40
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Einmal geschluckt, sendet die endoskopische Kapsel Bilder aus dem Dünndarm - bei 70 Prozent der Patienten konnte so die Quelle einer Darm-Blutung eruiert werden

Seattle - Kleine bildgebende Kapseln, die geschluckt werden um Blutungen im Dünndarm festzustellen, sind sicher, gut verträglich und genauer als herkömmliche Diagnose-Methoden. Die ist das Ergebnis einer Studie der School of Medicine der University of Miami, die auf dem 67. Treffen des American College of Gastroenterology präsentiert wurde.

Bei der Kapsel-Endoskopie schluckt der Patient eine Video-Kapsel, die Bilder aus dem Dünndarm liefert. Die Bilder aus dem Intestinaltrakt werden zweimal pro Sekunde via Radiofrequenz oder Sensoren, die der Patient rund um den Bauch trägt, übermittelt. Die Signale werden digital aufgezeichnet und später downgeloadet. Nach acht Stunden wird die Kapsel eliminiert und ein Gastroenterologe wertet die Bilder aus.

Das Team um Ramona Lim untersuchte 20 Patienten mit einer Magen-Darm-Blutung, deren Ursprung unbekannt war. Verglichen wurde die Kapsel-Technologie mit der so genannten Push-Enteroskopie. Dabei wird eine kleine Video-Kamera über den Ösophagus und den Magen in das erste Drittel des Dünndarms geschoben. Mit der Kapsel-Technologie konnte laut Angaben der Forscher bei 70 Prozent der Patienten die Quelle der Blutung eruiert werden. Bei der Push-Enteroskopie lag die Erfolgsquote bei 45 Prozent. Der Miami-Studie zufolge, reagiert die Kapsel-Technologie auf Probleme im Dünndarm empfindlicher. Nachteile der Kapsel-Endoskopie sei aber, dass Gastroenterologen keine Biopsie oder Behandlung der Blutung im Dünndarm durchführen können. Desweiteren sei die Technologie nicht für alle Patienten geeignet. (pte)

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