IG Autoren fürchtet Tantiemenkürzungen

21. Oktober 2002, 16:08
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Amadeus-Übernahme bringt neues "Buchhandelsspannen-Diktat"

Wien - Die IG Autorinnen Autoren fürchtet nach der Übernahme der Amadeus-Buchhandelskette durch die deutsche Thalia-Gruppe massive Tantiemenkürzungen für Autoren. Der neue Eigentümer fordere für eine Übernahme von Neuerscheinungen von den Verlagen einen Buchhandelsrabatt in der Höhe von bis zu 50 statt der bisher üblichen 40 Prozent, kritisiert IG-Geschäftsführer Gerhard Ruiss. Dadurch sinke auch die Autorentantieme, die prozentuelle Beteiligung an den Verkaufseinnahmen.

"Buchhandelsspannen-Diktat"

Da diese Tantieme die einzige Verdienstmöglichkeit von Autoren an einem Buch darstelle, bedeute eine Absenkung - nach der Kürzung der ORF-Hörspielhonorare um die Hälfte und der Unterwanderung der Neuerscheinungsverkäufe durch den gewerblichen Privathandel von amazon.de - einen neuerlichen bedrohlichen Einnahmenverlust. Über kurz oder lang werde dadurch ein Großteil der in österreichischen Verlagen erscheinenden Bücher nicht mehr in den Buchhandelsregalen aufzufinden sein bzw. würden die Bücher der österreichischen Verlage, die in Buchhandelsregalen aufzufinden seien, mehr aus PR-Gründen als aus Verkaufsgründen dort stehen, befürchtet Ruiss.

Das "Buchhandelsspannen-Diktat" des neuen Eigentümers von Amadeus weise "dieselbe unappetitliche Charakteristik" auf wie die Argumentation des ORF bei der Kürzung der Hörspielhonorare, man habe sie deshalb gekürzt, um die weitere Präsenz des Hörspiels zu garantieren, so Ruiss. Wie schon beim "privaten" Neuerscheinungsbuchhandel scheine es aber, als könnten die Verlage dem Untergang ihrer geschäftlichen Möglichkeiten nur diskussions- und tatenlos zusehen, so Ruiss. Er fordert abschließend die Interessenkörperschaften des Verlagswesens und Buchhandels auf , die Problematik "der Zuspitzung der Lage" entsprechend öffentlich zu thematisieren.

(APA)

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