Krieg gegen Irak bringt mehr Terrorismus

21. Oktober 2002, 16:09
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Jordaniens Königin Rania kritisiert "schlechte Regierungen"

Rom - Die jordanische Königin Rania hat kurz vor ihrem Deutschland-Besuch am Montag eindringlich vor einem Krieg gegen den Irak gewarnt. Ein solcher Krieg drohe zu verstärkten Terrorismus zu führen, da er "die Wut und die Frustration" vieler Araber bestärken würde. Zugleich forderte die 32-jährige Gemahlin von König Abdullah II. in Rom den Westen auf, sich auch mit "den Ursachen und den Wurzeln des Terrorismus" zu beschäftigen.

"Terrorismus darf zwar in keinster Weise akzeptiert werden. Aber wir müssen auch sehen, warum es Terrorismus gibt." Als Ursachen für die Frustration der Araber nannte die Monarchin, eine gebürtige Palästinenser, die ungelöste Palästinenserfrage, Ungerechtigkeit und "schlechte Regierungen" in der Region. Derartige öffentliche politische Äußerungen von weiblichen Angehörigen arabischer Königshäuser sind extrem selten.

Gefährliche Kluft zwischen Araber und dem Westen

Die Attentate vom 11. September 2001 in New York bezeichnete sie als eine "Manifestation des großen Missverständnisses zwischen dem Westen und der arabischen Welt". Dieses gegenseitige Unverständnis müsse schnellstens überwunden werden. "Es gibt eine große Kluft zwischen der Art und Weise, wie wir (Araber) die Dinge sehen, und wie der Westen uns sieht. Diese Kluft, die uns trennt, ist sehr gefährlich. Die Attentate vom 11. September sind ein Symbol dieser Kluft." Unglücklicherweise sei diese aber im vergangenen Jahr eher noch tiefer geworden.

Ohne die USA beim Namen zu nennen, warnte die Königin davor, den Irak isoliert zu betrachten. "Für uns ist der israelisch- palästinensische Konflikt das größte Übel. In einen neuen Krieg zu gehen, solange dieses nicht gelöst ist, würde nur das Gefühl der Wut und der Frustration (in Nahen Osten) vergrößern." Dies wiederum würde den Terrorismus nur verstärken.

Bereits seit dem Golfkrieg 1991 kämpften Osama bin Laden und sein El-Kaida-Netzwerk vor allem gegen die Militärpräsenz der USA im Nahen Osten. Ein Krieg gegen den Irak und eine noch größere amerikanische Präsenz würde daher "Osama bin Laden nur stärken und zur Gründung weiterer (Terror)Organisationen führen". (APA/dpa)

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    Die jordanische Monarchin im Schloss Schönbrunn 2001

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