Mediaset dementiert Abkommen zur Übernahme von KirchMedia

21. Oktober 2002, 15:14
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Berlusconi will sich aber weiter alle Optionen offenhalten

Die italienische TV-Gruppe Mediaset hat einen Bericht über ein Abkommen zur Übernahme der deutschen Fernsehgruppe KirchMedia dementiert. Mediaset habe kein Konsortium mit dem französischen Sender TF1 und dem US-Filmproduzenten Haim Saban geschlossen, teilte das Unternehmen, das Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi gehört, am Montag in Mailand mit. Die "Financial Times" hatte berichtet, Mediaset habe sich TF1 und Saban angeschlossen. Die Partner wollten nun gemeinsam eine Offerte für den Kauf von KirchMedia vorlegen.

Alle Möglichkeiten offen halten

Mediaset werde sich im Falle KirchMedia aber weiter alle Möglichkeiten offen halten, erklärte das Unternehmen weiter. Die TV-Gruppe besitzt bereits 2,28 Prozent an KirchMedia. Zudem gehören der Muttergesellschaft Fininvest, über die die Berlusconi-Familie ihre Beteiligungen kontrolliert, weitere 2,48 Prozent. Ein möglicher Ausbau der Beteiligung war vor einigen Monaten in Deutschland wegen der Zugehörigkeit zum Medienimperium Berlusconis bereits auf heftigen Widerstand in Medien und Politik gestoßen.

KirchMedie wird über Offerten entscheiden

Die Gläubigerversammlung von KirchMedia soll am Mittwoch kommender Woche über Offerten für das Unternehmen entscheiden. KirchMedia kontrolliert mehrheitlich die TV-Gruppe ProSiebenSat.1 und ist im Besitz großer Spielfilm- und Serienbestände. Separat verkauft wurden bereits die KirchMedia-Sportrechte. Sie wurden Mitte Oktober durch ein Konsortium um Ex-Fußballstar Günther Netzer, den ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfuss und Manager der KirchSport AG übernommen. Sie umfassen die Fußball-Bundesliga sowie die Rechte an der Fußball-WM 2006. (APA/AFP)

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