UTA-Bilanz 2001 tiefrot

21. Oktober 2002, 14:48
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Swisscom-Verzicht rettete vor Überschuldung - 136 Millionen Euro Jahresverlust - Netway-Verlust bei 5,1 Millionen Euro

Nur der Verzicht des ehemaligen Miteigentümers Swisscom auf die Rückzahlung ihres Darlehens und einer Zinsforderung hat den zweitgrößten heimischen Telekomkonzern UTA Telekom AG im Geschäftsjahr 2001 vor einer "Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechtes" gerettet. Dies geht aus der in der Wiener Zeitung veröffentlichten UTA-Bilanz hervor. Diese ist tiefrot und weist einen von 94,6 auf 136 Millionen Euro gestiegenen Jahresfehlbetrag auf. Der Bilanzverlust erhöhte sich damit von 253,5 auf 388 Millionen Euro. Die Bilanz weist per Jahresende ein negatives Eigenkapital in Höhe von 134,7 Millionen Euro auf.

Verzicht

Mit wirtschaftlicher Wirkung 1. Jänner 00:00 Uhr habe die Swisscom auf die Rückzahlung ihres Darlehens in Höhe von 134,5 Millionen Euro und einer Zinsforderung in Höhe von 3,7 Millionen Euro verzichtet, heißt es. Weiters hätten sich die Aktionäre der UTA am 26. März 2002 schriftlich verpflichtet, den Finanzbedarf laut Businessplan in Höhe von 69,2 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang hätten die verbleibenden Aktionäre, Vereinigten Telekom Österreich BeteiligungsgmbH (VTÖB) und Marea Holding (über ECOT Internet Holding), am 3. Juni 2002 einen Debt-Equity-Swap im Ausmaß von 29,1 bzw. 2,9 Millionen Euro durchgeführt. Durch die genannten Maßnahmen ergebe sich rechnerisch zum 1. Jänner 2002 ein positives Eigenkapital.

Zahlen

Der Umsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2001 auf 212,5 (2000: 145,5) Millionen Euro. Ursprünglich war von einem Umsatz von 234,8 Millionen Euro die Rede. Die Betriebsverluste verringerten leicht von 90,6 auf 85,8 Millionen Euro. Das negative Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verschlechterte dagegen von 94,6 auf 136 Millionen Euro und entsprach wegen den fehlenden Steuern dem Jahresverlust.

Negativ

Die Netway-Beteiligung erbrachte 2001 ein negatives EGT von 5,1 Millionen Euro. Die beiden anderen UTA-Töchter in Prag und Pressburg steuerten keine wesentlichen Ergebnisse bei.

Wie berichtet hat die Swisscom ihren 45,5-prozentigen Anteil an der UTA an die VTÖB (Vereinigte Telekom Österreich Beteiligungs GmbH) im Frühjahr 2002 zurück verkauft. Die UTA gehört seither zu 91 Prozent der VTÖB, die im Eigentum der acht österreichischen Energieversorgern Bewag, EVN, Kelag, Energie AG, Steweag, Tiwag, VKW, Wiener Stadtwerke steht und zu 9 Prozent über die Marea Holding bzw. deren Tochter ECOT Internet Holding der Raiffeisen-Gruppe (RZB, RLB Niederösterreich-Wien, Uniqa).

Auflösung

Im Juni wurde wie berichtet nach neunmonatiger Durststrecke die E-Business-Tochter Netway aufgelöst. Die unrentablen Geschäftsfelder aus dem E-Business-Portfolio werden bis Jahresende abgestoßen, der größere Rest von Netway unter der Marke UTA zusammengefasst, hieß es damals.

Planung

Im laufenden Gesamtjahr 2002 peile die UTA nach wie vor wie anlässlich der Halbjahrespressekonferenz Anfang September mitgeteilt eine Umsatzsteigerung auf 268 Millionen Euro an, hieß es heute aus dem Konzern auf APA-Anfrage. Für das zweite Halbjahr 2002 seien demnach schwarze Zahlen beim Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) geplant, das auf Monatsbasis im Juli erstmals positiv war. Im Gesamtjahr 2002 werde das EBITDA allerdings noch bei minus 9,3 Millionen Euro liegen.

Sicher

Die UTA sei voll auf Plan und die Finanzierung gesichert, sagten die UTA-Vorstände Romed Karre und Johannes Schwertner. Heuer habe die UTA einen Finanzierungsbedarf von 55 bis 60 Millionen Euro, 2003 müssten noch 10 bis 15 Millionen Euro zugeschossen werden, dann sei das Unternehmen ausfinanziert. Im ersten Halbjahr 2002 hat die UTA inklusive Netway den Umsatz um 13 Prozent auf 125,2 Millionen Euro gesteigert. 60 Prozent des Umsatzes entfielen auf die Sprachtelefonie, 21 Prozent auf das Datengeschäft und 19 Prozent auf das Internetbereich. (APA)

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