Nur 36 Prozent für Erweiterung

22. Oktober 2002, 09:23
2 Postings

Ungarn ist dabei der Lieblingskandidat der Österreicher

Wien - Die Haltung der Österreicher zur EU-Erweiterung wird mehrheitlich nicht von konkretem Wissen über die Kandidaten als vielmehr stereotypen Länderimages geprägt. So befürworten 61 Prozent den Beitritt Ungarns; auch für Slowenien überwiegt die Zustimmung; weiters sind die Ferieninseln Zypern und Malta erwünscht. Deutliche Ablehnung schlägt dagegen Tschechien und Polen entgegen, sagte der Meinungsforscher Peter Ulram von Fessel-Gfk bei der Präsentation der Ergebnisse der "Eurobarometer"-Umfrage am Montag.

Österreich liege mit einer Zustimmung von lediglich 36 Prozent am drittletzten Platz innerhalb der EU und damit noch unter dem Unionsschnitt von 39 Prozent, sagte Hatto Käfer von der Wiener Vertretung der Europäischen Kommission.

Ende der 90er-Jahre habe die Ablehnung die Überhand gehabt, so Ulram, dann habe die Zustimmung zur Erweiterung aber immer überwogen. Noch größere Erweiterungsmuffel seien nur Großbritannien und Frankreich mit Zustimungsraten von 32 beziehungsweise gar nur 25 Prozent. EU-weit sank die Zustimmung seit dem Vorjahr von 42 auf nun 39 Prozent.

Nach Ländern differenziert schaut es folgendermaßen aus: Nur 48 Prozent aller Europäer sind für den Beitritt Ungarns; dafür seien Polen und Tschechien mehrheitlich willkommen. Ebenso konträr sei es bei Slowenien: EU-weit würden sich 40 Prozent gegen den Beitritt des südlichen Nachbarlands aussprechen, während 45 Prozent der Österreicher dafür seien.

Interessantes Detail am Rande: Am meisten Zustimmung gäbe es in Österreich für einen Beitritt der Schweiz und Norwegens. Beide Länder haben aber gar kein Interesse, zur EU zu stoßen. Der Anteil der EU-Erweiterungsbefürworter ist in Schweden mit 60 Prozent am größten, gefolgt von Griechenland und Dänemark. (rose/DER STANDARD, Printausgabe, 22.10.2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.