AUA nimmt Kampf gegen Billigflieger auf

21. Oktober 2002, 16:09
11 Postings

Mehr Flüge im Winter und Lockpreise sollen Billigkonkurrenz ins Leere fliegen lassen - Gründung einer Discount-Tochter nicht ausgeschlossen

Wien - Die Austrian Airlines-Luftfahrtgruppe nimmt die Herausforderung der verstärkt nach Österreich drängenden Billigflieger an: Mit Lockpreisen - etwa für 55 Euro an mehrere Destinationen in Deutschland - und neuen Tarifkonzepten will die Gruppe aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways (samt hineinfusionierter Rheintalflug) die Preisoffensiven von Germanwings, Air Berlin, Ryanair und Co. ins Leere fliegen lassen. Mit Beginn des Winterflugplans (27. Oktober) stockt die AUA-Gruppe ihr Angebot gegenüber dem Winter des Vorjahres um 3,8 Prozent auf 2.800 Flüge auf.

"Wir sind Kaufleute, keine Samariter"

Die Gründung einer eigenen Billig-Airline wollte AUA-Vorstand Josef Burger bei einer Pressekonferenz zum neuen Winterflugplan am Montag neuerlich nicht ausschließen - wenn sich die Rahmenbedingungen für die AUA-Gruppe grundlegend ändern. Vorerst aber hält die AUA an ihrer Strategie eines Netzwerk-Carriers mit selektiven Tarifangeboten fest. "Wir sind Kaufleute, keine Samariter", beantwortete Burger die Frage nach den Kosten für diese Aktionen. Es gehe um die Generierung neuer Nachfrage und zusätzlicher Erträge.

Neue Tarifkonzepte

Nach neuen Tarifkonzepten für Österreich, den Deutschlandverkehr und die Strecke nach Altenrhein an der Grenze Vorarlberg/Schweiz hat die AUA am Montag auch neue Tarifkonzepte für die Schweiz, Belgien und die Niederlande präsentiert. Darin gibt es selektive Ermäßigungen von bis zu 40 Prozent. Die Billigst-Angebote für Wochenendflüge in die Schweiz und die Niederlande kosten künftig 259 Euro, Brüsselflüge am Wochenende sind ab 234 Euro zu haben.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2002 hat die AUA-Gruppe ihre Kapazitäten um 9,4 Prozent zurückgefahren und damit ihre Auslastung auf durchschnittlich 74 Prozent gesteigert. Auf der Langstrecke bietet die Luftfahrtgruppe mit dem per 27. Oktober beginnenden Winterflugplan 57 Kurspaare (Winter 2001/02: 40) an. Nach Westeuropa gibt es 54 zusätzliche Kurspaare, nach Mittel/Osteuropa 18 zusätzliche Flüge. "Wir bewegen uns annähernd auf dem Niveau von 2000", sagte Burger. Damit bestätige sich die Erwartung, wonach die September-Anschläge des Vorjahres die AUA im Passagierwachstum etwa um zwei Jahre zurückgeworfen hätten.

"Nicht das Ende der Reise"

Die vorgenommenen Änderungen im Winterflugplan seien "nicht das Ende der Reise", sagte AUA-Vorstand Josef Burger. Die AUA will weiter nachhaltig Marktanteile am Heimatmarkt gewinnen und ihr "Spezialistentum im West-Ost- und Ost-West-Transfer" ausbauen.

Noch keine Entscheidung über neuen Namen für Tyrolean Airways

Zurückhaltend äußerte sich Burger zu den anstehenden Entscheidungen für die heimische Luftfahrtgruppe. Der neue Markenname für die derzeit unter Tyrolean Airways laufenden Regionalflug-Aktivitäten soll noch im Herbst "näher an den Gruppennamen herangeführt werden". Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen. Beim angestrebten Verkauf der 35-Prozent-Beteiligung am Catering-Unternehmen Airest dränge die Zeit nicht. Auf einen drohenden Irak-Krieg sieht sich die AUA vorbereitet. "Wir hoffen aber, dass wir diesen Regenschirm nicht aus der Schublade nehmen müssen", sagte Burger. (APA)

Link

AUA

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die AUA will mit einem erweiterten Angebot den Billigfliegern entgegentreten. Auch die Gründung einer eigenen Billig-Airline ist angedacht.

Share if you care.