Die Kosten des Einsatzes

21. Oktober 2002, 13:25
1 Posting

Bundesheer-Brigade leistete beim Hochwasser in Niederösterreich 48.335 Einsatztage - Die kosten 4,8 Millionen Euro

Mautern - Der Assistenzeinsatz des Bundesheeres beim August-Hochwasser in Niederösterreich hätte in der freien Wirtschaft - bei einem angenommenen Tagessatz von 100 Euro - rund 4,8 Millionen Euro gekostet, zog der Kommandant der dritten Panzergrenadierbrigade in Mautern, Oberstleutnant Kurt Wagner, heute, Montag, eine Bilanz aus volkswirtschaftlicher Sicht. Darüber hinaus betrug die Wertschöpfung für lokale Wirtschaftstreibende durch Zukäufe von Nahrungsmitteln und diversen Gütern im Einsatzraum rund 300.000 Euro.

Die dritte Panzergrenadierbrigade, der größte mechanisierte Verband des österreichischen Bundesheeres, stand vom Beginn des Flut-Ereignisses am siebten August bis zum 27. September im Großraum Krems, Wachau, Kamptal, im nördlichen Waldviertel und im Tullnerfeld im Einsatz. Insgesamt wurden 48.335 Einsatztage geleistet, der Höchststand betrug 3.000 Soldaten in der Zeit vom 18. bis 21. August. Die Tätigkeiten reichten vom Füllen und dem Transport von - insgesamt 100.000 - Sandsäcken über Rettung und Evakuierungen von Menschen und Tieren bis zum Beseitigen von Verklausungen, Reinigungsarbeiten und Auspumpen von Kellern.

Sieben Brücken

Darüber hinaus errichtete die Brigade insgesamt sieben Brücken mit einer Gesamtlänge von 340 Metern, wobei sich das neue Pionierbrückensystem 2000 bewährt habe, sagte Wagner. Weitere vier schwer beschädigte Brücken wurden saniert. Verwendet wurden 45 schwere Pioniermaschinen, darunter Bergepanzer und Brückenlegegräte, 200 Lkw und 200 Kleinfahrzeuge. Im Hinblick auf künftige Hochwasser-Ereignisse betonte der Kommandant den Wunsch nach Neuanschaffungen: Gebraucht würden vor allem Faltstraßen, die ein Befahren etwa von aufgeweichten Dämmen ermöglichen.

Wie effizient der Einsatz war, zeigte sich am Beispiel Krems - Stein, wo in der Nacht auf vierzehnten August mit 250 Mann in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr der mobile Hochwasserschutz derart erhöht wurde, dass die Überflutung des Dammes vermieden wurde, sagte der Oberstleutnant. Damit sei ein Schaden von mehr als 100 Millionen Euro verhindert worden.

Keine Verletzten

Erwähnenswert sei weiters, dass es bei den eingesetzten 3.000 Soldaten keine Verletzten gab. Wagner führte diesen Umstand neben der Vermeidung unnötigen Risikos auf den eingeführten Schichtdienst zurück, der Erschöpfungserscheinungen hintanstellte. Dennoch arbeiteten alle bis zur körperlichen Grenze.

Dem Hochwasser vom August ist auch eine Sonderschau im Rahmen der seit 1999 am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober, in der Raab-Kaserne Mautern durchgeführten Großveranstaltung "Erlebniswelt Bundesheer" gewidmet. Dabei zeigen die Soldaten der Brigade der Bevölkerung ihr Gerät wie etwa den neuen Panzer Ulan und stellen - neben den übrigen Einsatzorganisationen und der Exekutive - ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis. Am Nachmittag wird ein Black Hawk Hubschrauber erwartet. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.