Die USA- Ein großer Stromfresser

21. Oktober 2002, 12:42
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US-Stromsektor stößt fast doppelt so viel CO2 aus wie der europäische - Dabei produzieren US-Firmen nur fünfzig Prozent mehr an Energie

Paris - Stromhersteller in den USA stoßen einer Studie zufolge fast doppelt so viel Kohlendioxid aus wie europäische Unternehmen, produzieren aber nur etwa 50 Prozent mehr Elektrizität. Während bei US-Firmen durchschnittlich 729 Kilogramm Kohlendioxid pro Megawatt anfallen, sind es bei europäischen Herstellern lediglich 353 Kilogramm, wie es in der am Montag veröffentlichten Studie der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers heißt.

Dazu wurden die Daten von 23 Produzenten in der EU sowie in der Slowakei und Norwegen erhoben, die zusammen Dreiviertel des Stroms in Europa herstellen. Verglichen wurden sie mit 100 Unternehmen in den USA, wo der Markt unter sehr viel mehr Firmen aufgeteilt ist als in Europa.

Und Schuld ist die Atomenergie

Für die Studie wurden zudem die jeweils zehn größten Stromproduzenten auf beiden Seiten des Atlantiks verglichen. Dabei kam laut PWC heraus, dass die europäischen Unternehmen zusammen rund ein Drittel mehr Elektrizität herstellen als die US-Firmen, dafür aber etwa ein Drittel weniger CO2 ausstoßen. Dies liegt unter anderem daran, dass in Europa stärker die Atomenergie genutzt wird: Sie macht dem Bericht zufolge 33 Prozent des Stroms aus, während es in den USA nur 20 Prozent sind.

Die Studie wurde kurz vor einem Treffen der Unterzeichner des Klimaschutzprotokolls von Kyoto veröffentlicht, die am Mittwoch in Neu Delhi zusammenkommen. Im Kyoto-Protokoll verpflichten sich die Industrieländer zur Reduzierung der so genannten Treibhausgase. Die USA lehnen das Abkommen ab. (APA)

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