Legionärskrankheit

21. Oktober 2002, 11:11
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Wien - Das Bakterium "Legionella pneumophila" ist Erreger der schweren und oft tödlich verlaufenden Lungenentzündung. Infektionsgefahr bestehe vor allem für ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem überall dort, wo sich warmes Wasser mit Luft zum Schäumen vermische, also in Whirlpools, Saunen und in der Nähe von Kühltürmen.

Die Legionellen gelangen mit den eingeatmeten Wassertröpfchen in die Lunge, wo sie in eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen, die so genannten Makrophagen, eindringen. Eigentlich ist es die Aufgabe der Makrophagen, Eindringlinge wie Bakterien oder Viren unschädlich zu machen, aber genau dieser Mechanismus wird ausgeschaltet. Stattdessen vermehren sie sich in den Makrophagen zu Unmengen neuer Bakterien, die dann eine weitere Infektionsrunde einläuten können.

"Legionella pneumophila" war erst 1977 entdeckt worden, nachdem das Bakterium ein Jahr zuvor unter den Teilnehmern einer Veteranenveranstaltung der "American Legion" in Philadelphia gewütet hatte. Damals starben 29 von 180 Patienten. In jüngster Zeit gab es größere Ausbrüche der Legionärskrankheit in den Niederlanden (1999), in Australien (2000) und in Spanien (2001). (APA)

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