Salzburg: 80-jähriger starb an der Legionärskrankheit

21. Oktober 2002, 13:55
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Infektion erfolgte wahrscheinlich in privatem Schwimmbad in Bad Vigaun

Salzburg - Im Land Salzburg sind am Montag, zwei Fälle von Erkrankungen durch Legionellen bekannt geworden, von denen eine tödlich verlief. Ein 80-jähriger Pensionist ist am 25. September an einer Lungenentzündung verstorben. Ein Teil der Anlage in Bad Vigaun - es handelt sich nicht um das allgemein bekannte Bad sondern um das daneben befindliche private Krankenhaus St. Barbara - wurde daraufhin geschlossen.

Schon am fünfzehnten Juli wurde die Bezirkshauptmannschaft Hallein vom Spital informiert, dass eine Krankenschwester der Augenabteilung an einer Lungenentzündung durch Legionellen erkrankt sei. Die unverzüglich durchgeführten Wasser-Untersuchungen ergaben eine geringe Legionellen-Keimzahl, bei der üblicherweise keine gravierenden Maßnahmen, jedoch eine Nachuntersuchung, angeordnet werden. Einen Monat später erkrankte ein 80-jähriger Patient, der zuvor in der Krankenanstalt Vigaun stationär behandelt worden war. Am 25. September starb dieser Mann in einem Tiroler Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung.

Krankheit wird seit Mitte vermutet

Am 19. September hatte die Amtsärztin alle Warmwasserkreisläufe überprüft. "Erst vergangene Woche gingen die Untersuchungsbefunde aus der Legionellen-Referenzzentrale in Wien bei der BH Hallein ein. Und erst am Montag wurden dem Gesundheitsressort des Landes die schriftlichen Befunde übermittelt", begründete Gesundheitsreferentin LHStv. Gabi Burgstaller (SP), weshalb sie nicht früher die Öffentlichkeit informiert habe. Alle erforderlichen Sofort-Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Erkrankungen seien ohnedies getroffen worden.

Insgesamt wurden 17 Auflagen erteilt. Diese umfassten unter anderem die thermische Desinfektion (Erhitzen aller Warmwasserkreisläufe auf mindestens 65 Grad Celsius heißem Wasser), ein Verbot der Warmwassernutzung durch Patienten und Gäste, Kontrollproben, ein Dusch- und Badeverbot für immungeschwächte Patienten, eine Reinigung und Desinfektion der verschiedenen Warmwasserauslässe, Austausch diverser Armaturen und Brauseschläuchen, das Schwimmbad im Haus vier ist zu sperren sowie Empfehlungen immungeschwächte Personen gesondert zu informieren. Insgesamt umfasste der Bescheid 17 verschiedene Auflagen.

Ein Teil davon ist laut Burgstaller schon erfüllt. Außerdem wurde von der Kranken- und Kuranstalt ein umfassendes, langfristiges Konzept zur Vorbeugung gegen das Legionellenproblem verlangt. Dieses Konzept liegt noch nicht vor, so Burgstaller. Regelmäßige Kontrollen durch einen Krankenhaushygieniker der Anstalt in Vigaun müssen auch künftig durchgeführt werden. (APA)

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