Postenvergabe bei Klagenfurter Polizei sorgt für Streit

21. Oktober 2002, 09:20
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SP-Trunk wirft Strasser Bruch des Gleich- behandlungsgesetzes vor

Klagenfurt - Die bevorstehende Bestellung des Zentralinspektors in der Polizeidirektion Klagenfurt sorgt in Kärnten für Aufregung. SP-Bundesrätin Melitta Trunk wirft Innenminister Ernst Strasser einen Bruch des Gleichbehandlungsgesetzes vor.

Auf die Ausschreibung des Zentralinspektors hatte es eine Reihe von Bewerbungen gegeben. Ein Wiener Polizeioffizier wurde Erstgereihter, dahinter gab es vier gleich qualifizierte BewerberInnen als Zweitgereihte. Der Erstgereihte habe seine Bewerbung zurück gezogen, erklärte Trunk. Da sich unter den vier gleich qualifizierten BewerberInnen auch eine Frau befinde, müsse diese nach dem Gleichbehandlungsgesetz den "Zuschlag" erhalten.

ÖVP-Mann statt Quotenfrau

Trunk: "Minister Strasser hat aber in Fortsetzung seiner Torschlusspanik vor der Wahl natürlich einen ÖVP-Mann für den Posten vorgeschlagen, das ist ein klarer Bruch des Gleichbehandlungsgesetzes." Die Frau, einzige Polizeioffizierin in Kärnten, solle offenbar dem Umfärbe-Prozess Strassers zum Opfer fallen. Laut Trunk, die in Kärnten als SP-Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl antritt, habe die Gleichbehandlungsbeauftragte für den Exekutivbereich bereits Einspruch und Beschwerde gegen den Vorschlag des Innenministers erhoben.

Schweigen aus Parteiräson?

Die SP-Politikerin forderte auch die Spitzenkandidatin der Volkspartei in Kärnten, Elisabeth Scheucher, dazu auf, Stellung zu beziehen. Sie erwarte eine Distanzierung von der Vorgangsweise des Innenministers durch Scheucher, denn zu einer derart eklatanten Diskriminierung einer qualifizierten Bewerberin dürfe man nicht aus Parteiräson schweigen. Trunk forderte zudem Strasser auf, seine Entscheidung zurück zu nehmen und auf Basis der geltenden Gesetze zu agieren, also die Bewerberin zur Bestellung vorzuschlagen. (APA)

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