Erste Bank: "Keine Prognoserevision"

21. Oktober 2002, 12:43
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Erste Bank bleibt bei Ergebnisausblick 2002

Wien - Die in Wien und Prag börsenotierte Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen, Wien, hat Montagfrüh in einer Pressemitteilung ihren Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2002 - "Konzernjahresüberschuss über Vorjahr" - bekräftigt. "Wir ändern unsere Ergebnisprognose nicht", erklärte ein Sprecher der Erste Bank. Und es gebe schon gar keine Gewinnwarnung, hieß es aus dem Institut mit Nachdruck.

"Um mögliche Unsicherheiten im Markt über den Ausblick für das Ergebnis 2002 zu nehmen", sah sich die Bank heute früh veranlasst, darauf hinzuweisen, dass - "wie bereits im Rahmen der Halbjahresergebnisse angekündigt - der Konzernjahresüberschuss 2002 über dem Ergebnis 2001 liegen" werde. Im Jahr 2001 hatte die Erste Bank einen Konzernjahresüberschuss nach Steuern von 223 Mill. Euro (plus 16,4 Prozent) erzielt.

"Schwieriges konjunkturelles Umfeld"

Anlass für die schriftliche Mitteilung war eine Äußerung von Finanzvorstand Reinhard Ortner vom Freitagnachmittag gewesen. Ortner hatte, wie berichtet, in einem Vortrag auf der Gewinnmesse erklärt, dass das schwierige konjunkturelle Umfeld 2002 die Performance der Bank weiter mit beeinflussen werde, und er gehe davon aus, "dass wir ein Jahresergebnis in der Größenordnung des Vorjahres erreichen werden". Zum Halbjahr 2002 war der Konzernüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen mit 104,7 Mill. Euro im Jahresabstand noch um 3 Prozent niedriger gelegen.

Zur Bekanntgabe des Halbjahresergebnisses 2002 war das Institut davon ausgegangen, dass das Jahresergebnis trotz des Einmaleffekts der Vorsorgen aus der EU-Kartellverfahrensentscheidung ("Lombard-Strafe") über dem Ergebnis von 2001 liegen werde. Die Aussage des Finanzvorstands im freitägigen Vortrag wich damit von diesen bisherigen Aussagen des Instituts zum Jahresergebnis leicht ab, was im Markt Vermutungen über eine Prognoserevision hatte laut werden lassen. In der Erste Bank hieß es heute, die Aussagen seien möglicherweise missverständlich interpretiert worden.

Jahresergebnis der "Kerngruppe" höher

Jedenfalls werde das Jahresergebnis der "Kerngruppe" heuer höher sein als 2001, wurde nachdrücklich betont, im bisherigen Konsolidierungskreis der "Kerngruppe" (also Erste Gruppe ohne Sparkassen-Haftungsverbund), mit allen Änderungen, die sich seit Ende 2001 ergeben hätten. Heuer im Mai wurde die überwiegende Mehrheit der kroatischen Rijecka banka erworben. Außerdem hat die Erste Bank im August von ihrer Hauptaktionärin AVS deren zuvor aus dem Streubesitz aufgekaufte Teile an der tschechischen Großsparkasse Ceska Sporitelna (CS) übernommen. Mit voller Zurechnung der Ceska muss sich die Erste Bank - wie berichtet - die Erträge aus der immer profitabler werdenden tschechischen Großbank nicht mehr mit anderen teilen. Nach früheren Angaben wird der auf 95 Prozent erhöhte Anteil an der Ceska ab dem 4. Quartal zur Gänze im Quartalsergebnis wirksam.

"Verunsicherung" an der Börse

An der Börse gingen auch Händler am Montag davon aus, dass die Erste Bank ihr Vorjahresergebnis übertreffen werde, vor allem wegen der guten Ergebnisse in den Töchtern in Zentral/Osteuropa. In dieser Zeit der konjunkturellen Schwäche in Westeuropa hätte sich die Strategie der starken Ostexpansion als richtig erwiesen. "Eine Verunsicherung ist aber da", meinte ein Händler nach dem freitägigen Verwirrspiel um den Ergebnisausblick. Er sehe die Aktie der Erste Bank in nächster Zeit deshalb "tendenziell tiefer." Charttechnisch sieht der Händler den Widerstand zur Zeit bei 62 Euro.

Aktie knapp behauptet

Am Montagmittag gegen 12.35 Uhr notierte die Aktie der Großsparkasse in Wien glatt behauptet bei 60,98 Euro, sie hat damit untertags von einem Rückgang auf 60 Euro mittlerweile aufgeholt. (APA)

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