Libro: Liquidator finanziert Weihnachtsgeschäft

25. Oktober 2002, 13:47
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Hoffnung auf Verkauf schwindet

Wien - Die Hoffnung, dass die Schließung der insolventen Buch- und Medienhandelskette Libro durch einen Verkauf vermieden werden kann, wird immer kleiner. Masseverwalter Günther Viehböck bereitet derzeit zwar noch zwei Szenarien - Verkauf oder Gesamtschließung - vor, die Finanzierung des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts ist allerdings nur mehr mit Hilfe der amerikanischen Liquidationsprofis Gordon Brothers möglich. Eine endgültige Entscheidung, welches Szenario zum Tragen kommen wird, soll am 15. November fallen, teilt Masseverwalter Günther Viehböck den 1.500 betroffenen Libro-Mitarbeitern mit.

Exklusivität

Das Weihnachtsgeschäft will Viehböck jedenfalls noch nach Plan abwickeln. Da die Banken dem Unternehmen keinen Kredit mehr gewähren, werden die Gordon Brothers zur Finanzierung des Wareneinkaufes einen Finanzierungsbeitrag von rund 4,3 Mill. Euro leisten. Im Gegenzug erhalten sie die Exklusivität bei einer Ganz- oder Teilschließung der derzeit 250 Libro-Filialen. Durch diese Vereinbarung kann ein Interessent das Unternehmen als Ganzes oder auch nur Teile der Filialkette erwerben. Sollte ein Verkauf gelingen, wird die von Gordon Brothers geleistete Vorauszahlung inklusive Zinsen retourniert. Sollte der Verkauf nicht gelingen, wird die Schließung erst nach dem Abverkauf Mitte Februar 2003 erfolgen. Bis dahin werden keine Filialen geschlossen.

Wie berichtet haben die Gordon Brothers bereits im Sommer rund 20 Mill. Euro für Libro geboten und die Schließung von 30 Filialen abgewickelt. Der Masseverwalter ist verpflichtet, das beste Angebot anzunehmen.

Drei Interessenten

Als Interessenten werden nach wie vor drei Bietergruppen genannt. Neben dem oberösterreichischen Papiergroßhändler Anton Stahrlinger, der gemeinsam mit der Raiffeisen Oberösterreich und der holländischen Bank ABN Amro geboten haben soll, ist noch die Gruppe um den Ex-Libro-Vorstand Gerhard Maierhofer, der mit dem Industriellen Josef Taus und dem Wiener Buchhändler Wilhelm Sotsas (Frick) auftritt, im Rennen. Ebenfalls mitbieten soll der Unternehmer Thomas Theuretzbacher gemeinsam mit der Thalia-Gruppe, die schon bei Amadeus den Zuschlag erhalten hat. (APA)

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