OMV will im Ausland mit Econgas durchstarten

20. Oktober 2002, 18:42
posten

Offensive der neuen Gasallianz soll Liberalisierungsverluste im Inland kompensieren

Wien - Die OMV rechnet durch die Gasmarktliberalisierung mit Einbußen beim Gasergebnis. "Die Ergebnisse der letzen Jahre werden nicht zu halten sein, die Marktöffnung kostet uns Geld", sagte OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer auf der Gewinnmesse. Um gegenzusteuern, drängt der heimische Energiekonzern ins Ausland. Vehikel der Offensive ist die Econgas, die österreichische Kooperation der OMV und der ostösterreichischen Landesgasversorger.

Econgas sei demnächst startklar und werde auch auf ausländischen Märkten agieren, um Absatzverluste im Inland auszugleichen. Die OMV habe den sich verschärfenden Wettbewerb am Gasmarkt, der seit Oktober auch für Haushaltskunden völlig geöffnet ist, bereits seit Jahren zu spüren bekommen: "Die Großabnehmer würgen uns seit zwei Jahren", sie kämen mit Angeboten ausländischer Gasriesen zur OMV, um niedrigere Preise auszuhandeln.

Aufgestellt

Ab kommendem Jahr sollte die Econgas jedoch so gut aufgestellt sein, um in den scharfen Konkurrenzkampf mit den großen Playern auf dem europäischen Erdgasmarkt voll einsteigen zu können, erwartet Ruttenstorfer. In Bayern und Slowenien agiere man schon seit geraumer Zeit mit Erfolg am Großkundenmarkt.

Zugleich sei die OMV dann durch Econgas schon fit dafür, wenn die Marktöffnung auch in anderen EU-Staaten voranschreite. Derzeit seien nämlich Deutschland und alle anderen Nachbarländer bei der Liberalisierung weit hinter Österreich. Einzig in Großbritannien seien ebenso wie in Österreich sowohl der Strom-als auch der Gassektor schon zu 100 Prozent geöffnet.

Mitleid in Grenzen

Zur Kritik heimischer Gaskonkurrenten aus Bundesländern, die nicht der Econgas-Kooperation angehören, meinte Ruttenstorfer, hier halte sich sein Mitleid in Grenzen. Die hinter den Steirern stehende Gaz de France (GdF) sei siebenmal so groß wie die OMV, die Ruhrgas, mit der die Salzburg AG ein Joint Venture schmiedet, sogar zehnmal so groß. In Kärnten sei bereits die deutsche RWE drinnen, und die italienische Snam trete ebenfalls in Österreich auf.

Die Hochdruckpipelines der Econgas würden zu den vom Regulator festgesetzen Gebühren für die Durchleitung ganz offen und für alle frei sein, verspricht Ruttenstorfer. (Reuters, APA)

Link

OMV

Share if you care.