RHI prüft Comeback auf US-Markt

20. Oktober 2002, 18:40
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Restrukturierung des US-Geschäfts aber erst nach Entscheidung im Asbest-Verfahren möglich

Breitenau/Wien - Offenbar ist der US-Markt von Kanada und Südamerika aus doch nicht intensiv gut zu bearbeiten. Denn der Feuerfestkonzern RHI schließt ein Comeback in den USA nicht mehr aus. "In den USA werden jährlich Feuerfestprodukte im Wert von 1,9 Milliarden Euro nachgefragt", begründete RHI-Vorstand Andreas Meier das Interesse. Eine Restrukturierung des US-Geschäfts sei jedoch erst nach einer endgültigen richterlichen Entscheidung im Asbest-Verfahren möglich, das im ersten Halbjahr 2003 erwartet wird. Wie berichtet, hat das Rohstoffunternehmen im Jänner 2002 im Zuge des Asbest-Debakels seine US-Beteiligungen entkonsolidiert.

Provisorische Vertriebsgesellschaft

Mit der provisorischen US-Vertriebsgesellschaft mache man derzeit ohne größeren Aufwand monatlich umgerechnet rund drei Mio. Euro Umsatz - zu sehr guten Konditionen. Ein Umsatz von etwa 250 Mio. Dollar sei durchaus möglich, da man dort schon früher rund 500 Mio. Dollar umgesetzt habe, meinte Meier. Ein neuerlicher Einstieg bei den ehemaligen US-Beteiligungen - sie werden derzeit nach Chapter 11 provisorisch weitergeführt - sei daher eine "reine Preissache".

Seiner Ansicht nach habe die RHI als Profi im Feuerfestbereich gute Chancen, nach Ende des Rechtsstreits bei den entkonsolidierten Gesellschaften einzusteigen, da andere Investoren angesichts der Konjunktur möglicherweise zurückschreckten. Der Rückzug sei der einzig richtige Weg gewesen. Ursprünglich sei man von 120.000 Klagen à 1500 Dollar ausgegangen, zum Schluss waren es 450.000 Kläger, die durchschnittlich 4000 Dollar forderten", sagte Meier.

Nach dem Vertrauensverlust müsste nun die Öffentlichkeit überzeugt werden, dass das RHI-Geschäft wieder gesund sei. Der Schuldenstand wurde wie berichtet auf 430 Mio. Euro reduziert, Ende 2001 waren es 1,07 Mrd. Euro. Gute Chancen rechnet sich RHI auch in China und den GUS-Staaten aus. (este, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 21.10.2002)

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