Kapitalismus vs. "family business"

21. Oktober 2002, 19:08
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Warum Märkte dem Kapitalismus eigentlich entgegengerichtet sind - Von Christian Eigner

Also: Wie wir schon gehört haben, sind internationale Märkte das zentrale Element des kapitalistischen Welt-Systems. Allerdings haben wir auch bereits erfahren, dass sie zugleich jene Struktur sind, denen die Unternehmen zu entkommen versuchen, wozu sie regelmäßig auf die Hilfe des Staates zurückgreifen: Das Ziel bleibt die Markbeherrschung, der Monopolismus – was verständlich ist, lebt es sich in dieser Position doch entschieden einfacher.

In diesem Sinn sind Märkte dem Kapitalismus eigentlich entgegengerichtet: Permanent verhindern sie, dass der erwünschte Monopolismus zu Stande kommt; immer wieder lassen sie den Unternehmen nur den Ausweg, die Politik für sich einzuspannen – im Kleinen (in der Gemeinde) ebenso wie im Großen (auf dem intern a t i o n a l e n Weltmarkt)...

“Stop!! Sagen Sie das bitte noch einmal: M ä r k t e s i n d d e m Kapitalismus entgegengerichtet?!?”

Eine fast schon ungeheuerliche Behauptung, nicht wahr ? Der Gedanke, dass Märkte nicht nur Träger des kapitalistischen Welt-Systems sind, sondern immer auch eine im System wirkende Gegenkraft darstellen, ist jedoch ein zentraler Baustein des gesamten Wallerstein’schen Denkens. Er übernimmt diese Ansicht vom französischen Historiker Fernand Braudel, dessen “dritte fundamentale Idee war, dass Kapitalismus nicht mit Marktwirtschaft gleichzusetzen ist, sondern in der Sphäre des ..... contre-marché (“Gegen-Markt”. Ch.E.) beheimatet ist”, wie Wallerstein es einmal in einem Interview formuliert hat. Tatsächlich ist diese Trennung plausibel – und auch ausgesprochen erhellend; speziell für das Problem der “Raum-Ignoranz”, um das es hier geht.

Wenn nämlich Märkte und eine Sphäre des contre-marché – die Sphäre, in die erst der Staat die Unternehmen entrückt – unterschieden werden müssen, ist es in weiterer Folge nahe liegend, auch zwischen zwei Arten von Unternehmen zu differenzieren: Einerseits gibt es dann jene Firmen, die sich schon erfolgreich vom Markt befreit haben oder zumindest in ihrem Bestreben, das zu tun, sehr weit gekommen sind. Und andererseits existieren dann jene Betriebe, die diesbezüglich noch nicht sonderlich erfolgreich waren, mithin dem vollen Marktdruck ausgesetzt sind oder, wie man sagen könnte, in den Märkten stehen.

Diese Unterscheidung ist auch insofern einsichtig, als nicht alle Firmen automatisch der Sphäre des contre-marché angehören können. Den Zugang zu dieser eröffnet ja die Politik, und nicht jedes Unternehmen hat von Anfang an politische Beziehungen; schon gar nicht kleine, junge Firmen. Denn die Politik unterstützt Unternehmen ja nicht nur auf all - gemeine Weise, indem sie etwa Druck auf einen Peripheriestaat ausübt, um diesen zur Öffnung seines Marktes zu bewegen (wovon prinzipiell alle Firmen des von der Politik vertretenen Staates profitieren, auch die kleinen). In der Regel gibt es darüber hinaus sehr k o n k re t e Unterstützungsmaßnahmen, die nur einzelne Betriebe betreffen und etwa darin bestehen, dass spezielle Fördermittel für ein Unternehmen bereitgestellt werden. Oder es wird das Management des Betriebes dazu eingeladen, Handelsdelegationen der Regierung zu begleiten – wenn die Delegation nicht überhaupt auf Drängen dieses Unternehmens unterwegs ist.

Doch der Weg zu dieser Art von politischer Protektion ist bekanntlich weit; viele Jahre des “Abrackerns” in Märkten gehen ihr meist voraus. Und müssen ihr auch vorausgehen. Denn es ist zwar die Politik, die es den Unternehmen ermöglicht, sich vom Markt zu befreien. Aber freilich kann die Politik das nur für jene leisten, die sich in irgendeiner Form am Markt bewährt haben. Sie ist lediglich ein Hebel, aber nicht mehr. Es wäre dementsprechend ein Missverständnis, zu glauben, dass die Politik das e rf o l g reiche Wirtschaften eines Betriebs ersetzen kann: Die Grundlage für den Sprung in die Sphäre des contre-marché müssen die Betriebe schon selbst schaffen.

Wobei einem Großteil der Unternehmen dieser Sprung freilich nie gelingt – einfach deshalb nicht, weil es ihnen aus vielen Gründen an der notwendigen Substanz fehlt. Sie stehen deshalb oft während ihrer gesamten Lebensdauer im Markt; ein Faktum, das den meisten Klein- und Mittelbetrieben (KMUs) nur allzu vertraut sein dürfte.

“Zwei Welten oder Sphären, zwei Strategien: Wollen Sie darauf hinaus?”

Genau. Unterscheidet man zwischen “contre-marché-Konzernen” und “Markt-Unternehmen”, so ist es nahe liegend zu vermuten, dass Zweitere auch andere Strategien verfolgen (und auch verfolgen müssen) als Erstere, also nicht unbedingt in Flächen, Standorten und Punkten denken, weil das ja zu einer anderen Sphäre des Systems gehört.... “Und wie schauen diese Strategien nun aus?”

Hier kann uns Nicoletta Stame weiterhelfen; eine Sozialwissenschafterin, die in ihren Untersuchungen und Analysen an Wallerstein anschließt: In einem vor zwei Jahren erschienen Artikel über italienische KMUs hat sie systematisch herausgearbeitet, welche Eigenheiten und spezifischen Vorgehensweisen Klein- und Mittelbetriebe (oder “Markt-Unternehmen”) kennzeichnen. Wobei sie diese meist als “family business” bezeichnet, da, wie sie sagt, nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa KMUs meist mit Familienbetrieben identisch sind.

Demnach bringt “family business” in der Tat eine ganz eigene Welt hervor, die wirtschaftlich gesehen aber extrem wichtig ist: Nach Stames Ansicht ist es ein gravierender, arroganter Irrtum der neo-klassischen Theoriebildung, diese Familienunternehmen als noch nicht professiona - lisierte Betriebe der Zukunft abzutun, in denen schnellstens moderne Managementstrukturen eingeführt werden müssen, auf dass etwas “Vernünftiges” aus ihnen werde. Diese Sichtweise ignoriert die Tatsache, dass es genau diese “unprofessionalisierten Betriebe” sind, in denen die meisten Arbeitsplätze geschaffen werden, wie sie auch den Großteil des Bruttosozialprodukts eines Landes erwirtschaften.

Außerdem, so Stame, mangelt es dem “family business” nicht an Strukturen – es hat nur andere als ein Großkonzern; angepasst an die Situation, in der sich diese Familienbetriebe oft befinden: So ist “family business” sehr oft eigenfinanziert ; und zwar in dem Sinn, dass entweder tatsächlich Eigenkapital eingebracht wird oder die Tochter wenigstens das Grundstück geschenkt bekommt, auf dem sie ihr Geschäft bauen kann. Ebenso weist “family business” häufig einen extrem hohen Flexibilisierungsgrad auf (womit gemeint ist, dass Arbeit und Freizeit zusammenwachsen) oder reinvestiert den erwirtschafteten Gewinn in das Universitäts-Studium der Kinder, die schon im Betrieb mitarbeiten. Weiters ist typisch, dass es keine klassischen Arbeitgeber- Arbeitnehmer-Verhältnisse gibt, sondern dass freundschaftlich-familiär e Beziehungen (man dutzt einander, trifft sich auch außerhalb der Arbeitszeit, ist mehr Freund als entrückter Chef usw.) den Arbeitsalltag bestimmen. Wie auch zu beobachten ist, dass die Gründung des Unternehmens nicht auf der Basis einer ausgetüftelten Strategie zur Eroberung eines Marktes passiert, sondern oft aus einer Abenteuerlust, aus einer Spielerei oder gar aus einer Wette heraus erfolgt. Wobei man es deshalb nicht bei einer Spielerei belässt und stattdessen gleich Unternehmerin oder Unternehmer wird, weil das vielleicht die Mutter oder der Onkel auch schon waren und man durch familiäres “Mit-Leben” einiges an “stillem Wissen” über Business und Business-Praktiken erworben hat, also hin in Richtung UnternehmerIn sozialisiert wurde.

Folgt man Stame, ist die Welt des “family business” also eine der Traditionen und guten Beziehungen, des gelebten Berufs und des riskierten Eigentums, des unaufhörlichen Kommunizierens und des Schaffens wie Teilens von Lebenszusammenhängen (was im Übrigen nicht heißt, dass es hier nicht auch Streit, Misserfolg und ein Scheitern geben kann, das ganze Familien ruiniert; “family business” ist sicher keine Kuschelbude). Ganz eng arbeiten Menschen in ihr zusammen; schließen an das an, was an (Lebens- und Wirtschafts-)Kultur bereits da ist, um es weiter auszubauen. Es ist folglich – und schon die simple Alltagserfahrung mit KMUs kann das nur bestätigen – eine Welt, die als“Lebensraum” erfahren und gelebt wird...

“Als ‚Lebensraum erfahren und gelebt wird’....?”

Ja. Sich als Teil eines bestimmten (historisch-kulturellen) Geschehens fühlen, dieses Geschehen durch Teilhabe verstehen, Gespräche suchen, aus diesen Gesprächen Arbeitssituationen machen, in diesen Arbeitssituationen das plötzliche Entstehen von Angebot und Nachfrage erleben, zum nächsten Gespräch weitereilen, die Lebenswelt immer genauer kennen lernen, sich von ihr zum nächsten Kontakt und Auftrag weitertragen lassen, wie in einem Ozean schwimmen, schwimmen und wieder schwimmen, bis man jede Strömung, jeden Fischschwarm, jede Untiefe kennt – DAS ist “family business”; das Agieren in und mit “Lebensräumen”!

Und weil “family business” eben genau so ist, ist es immer Raumwirtschaft. Raumentfaltung , die Einpassung in Lebensräume ist ihr Thema; nicht die Flächenbesetzung, nicht das Denken in neutralen Schachteln!

Tatsächlich sind auch so gut wie alle Internet-Firmen, die heute noch übrig sind, im Sinne einer Raumwirtschaft vorgegangen: In Graz beginnen, sich dort in Kommunikations- und Traditionsverläufe einklinken, über diese zu Kunden in der Steiermark finden und dann irgendwann einmal erste Schritte nach Wien setzen – so sieht der Weg der Raumwirtschaft aus, dem man nun einmal zu folgen hat, so lange man an den Raum gebunden ist und noch nicht der Sphäre des contre-marché angehört.

Was im Übrigen auch der Weg der Architekten und Architekturbüros ist oder zumindest sein sollte; nur um das gleich einmal vorwegzunehmen. Wieso die Architektur in diesem Kontext eine Rolle spielt, wird später noch ausführlich erläutert werden.

“Okay; so weit wird mir das jetzt klar. Wie ich auch zu ahnen beginne, weshalb nicht nur die ‚New Economy’, sondern – wie Sie sagen – die gesamte Ökonomie ein ‚Raum-Problem’ hat... Aber erklären sie es doch bitte selbst! Wie schaut Ihre Argumentation im Detail aus?”

Folgendermaßen: Wenn zwischen einer Flächen- und einer Raumwirtschaft unterschieden werden muss, hat das eine ganze Reihe von schwer wiegenden Konsequenzen: Unter anderem bedeutet es, dass einerseits “Raum-Ignoranz” zwar ein “natürlicher” Bestandteil des kapitalistischen Welt-Systems ist, andererseits aber auch sein Gegenpart – nämlich das kluge Umgehen mit “Lebensraum”! Das wiederum heißt jedoch nichts anderes, als dass es, wie eingangs kurzerhand behauptet wurde, in der Tat eine Katastrophe ist, wenn “Raum-Ignoranz” zu einem allgemeinen Prinzip der Ökonomie erhoben wird. Denn es gibt eben einen Teil von Unternehmen, für den es völlig verkehrt ist, sich einer Flächenwirtschaft zu verschreiben, weil diese Firmen – als Vertreter eines “family business” – in Wirklichkeit einer Raumwirtschaft und damit dem Gegenteil von “Raum-Ignoranz” verpflichtet sein müssten.

Die “DotComs” gehörten beispielsweise zu jenen Unternehmen, die eine Raumwirtschaft gebraucht hätten: Natürlich handelte es sich bei den Start-ups um nichts anderes als um “family business”, stand doch meist eine krude Idee oder Spielerei am Anfang des ganzen Unternehmens, war doch der Flexibilisierungsgrad immens hoch, und traten doch regelmäßig f re u n d s c h a f t l i c h e B e z i e h u n g e n an die Stelle von Arbeitsverhältnissen (gar nicht zu reden vom Eigenkapital, das eingebracht wurde....) – alle wichtigen Kriterien, die Stame aufzählt, wurden erfüllt! (Ja, fast könnte man meinen, dass Nicoletta Stame die “New Economy” beschrieben hat...) In Historien und Räume hineinzuwachsen und sich in diesen zu entfalten wäre dementsprechend die wirkliche Aufgabe der “DotComs” gewesen.

Und dazu hätten sie vor allem eines gebraucht: Zeit. Zeit und die Möglichkeit, auf die Erfahrungen von Raumwirtschaftsexperten zurückgreifen zu können, um Strategien für die Entfaltung in, aber auch von “Lebensräumen” erarbeiten zu können. Was sie bekamen, war jedoch etwas ganz anderes, nämlich Businesspläne und Risiko-Kapital. Wobei Geld freilich wichtig war. Aber Risiko-Kapital ist nicht einfach nur Geld: Risiko-Kapital ist zugleich auch ein Instrument, mit dem eine ganz bestimmte Logik einhergeht; eine Logik, die das Instrument automatisch mittransportiert. Und das ist die Logik der Flächenwirtschaft.

Denn mit Risiko-Kapital ist die Idee des rasanten Wachstums verbunden. Schnell sein, der Erste sein, die richtige Standorte beziehen – dafür ist “Venture Capital” da. Ein “Venturer” gibt sein Geld nicht dafür, dass jemand Entwicklungsarbeit im Raum betreibt: Er will binnen bestimmter Zeitfristen, die in Businessplänen festgelegt werden, konkre t e Ergebnisse sehen. Was aber voraussetzt, dass das Unternehmen wie ein Uhrwerk funktioniert. Und diese Uhrwerk-Sicht setzt wiederum voraus, dass Business lediglich das Platzieren der richtigen Angebote am richtigen Ort ist; macht man das, so die stille Annahme, funktioniert die Maschinerie schon... Der ganzen Idee des Risiko-Kapitals ist folglich eine Flächenfantasie unterlegt.

Wer Risiko-Kapital erhält, wird deshalb automatisch in die Welt der Flächenwirtschaft katapultiert : In dieser haben sich die “DotComs” auch tatsächlich wiedergefunden; selbst dann, wenn sie nur kleine Summen erhielten.

Wobei es allerdings nicht nur das Risiko-Kapital war, das die “New Economy”-Firmen in eine völlige falsche Dimension beförderte. Durch die gängige “Raum-Ignoranz” war es gar nicht vorstellbar, dass sie nicht dorthin gehören könnten. Wo Raumvergessenheit herrscht, ist natürlich gar nichts anderes denkbar; mit dem Effekt, dass sich unzählige Start-ups von sich aus – und zusätzlich motiviert von einem angeblich alle Grenzen sprengenden Internet – einer Flächenwirtschaft verschrieben. Beispielsweise auch “Amazon”, das dann jedoch wenigstens in Ansätzen zu einer Raumwirtschaft überwechselte, Länderniederlassungen und Logistikzentren errichtete – und nicht zuletzt deshalb bis heute überlebt hat und sich sogar (mangels Alternativen) als “Big Player” etablieren konnte...

“Weil solche gravierenden ‚Irrtümer’ – ich weiß nicht, wie ich sonst sagen soll – möglich sind, hat die gesamte Ökonomie ein ‚Raum-Problem’, verstehe ich das richtig?”

Exakt! Die Raumvergessenheit macht blind für die Differenz zwischen Raum- und Flächenwirtschaft – und das ist in etwa so, wie wenn man den eigenen Körper nicht mehr merkt und glaubt, nur aus dem Kopf und aus dem Denken heraus zu existieren (wovon einen spätestens aber der erste Herzinfarkt abbringt). Schließlich ist es die Raumwirtschaft, die Unternehmen anwachsen lässt und damit die Basis für den Sprung in die Sphäre des contre-marché legt: “Family business” mit seinen ganz spezifischen Strategien ist nicht bloß ein “big business”, das es noch nicht geschafft hat und das man möglichst schnell als “erste Phase einer Konzerngeschichte” hinter sich lassen sollte, sondern etwas ganz Eigenständiges, aus dem – und nur aus dem! – “big business” werden kann , aber nicht muss (ohne dass das ein Scheitern wäre).

Es lohnt sich daher, sich mit ihm auseinander zu setzen – und dabei zu begreifen, dass mitunter eine andere Perspektive nötig ist als die eines flächenwirtschaftsfixierten Ventures, wenn man Zusammenhänge tatsächlich verstehen und etwa Start-ups effizient helfen will. Dazu ist es aber notwendig, dass die Ökonomie den Raum als Kategorie entdeckt, sich also von ihrer “Raum-Ignoranz” und ihrem “Raum- Problem” befreit: Was gebraucht wird, ist eine Ökonomie, die Wirtschaft als Raumentwicklung beschreibt ; eine SpacEconomy , die erklären kann, wie Unternehmen in und mit dem Raum anwachsen, um sich dann eventuell von ihm zu befreien, indem sie in die Sphäre der contre-marché aufsteigen.

Das ist es, was heute ansteht; das ist eine der Aufgaben, die sich durch die harte Landung der “New Economy” für die gesamte Ökonomie ergeben hat!

“UND??”

Was “und”?

“Ich will wissen, ob Sie sich dieser Aufgabe stellen werden! Werden Sie mir jetzt auch noch erzählen, wie eine ‚SpacEconomy’ aussehen könnte? Und vielleicht dabei auch ein paar Fragen beantworten, die meiner Ansicht nach offen geblieben sind, beispielsweise wie dieses ‚Schwimmen’ oder ‚Einnisten’, von dem Sie öfters gesprochen haben, genau funktioniert? Geht das alles vielleicht auch noch ein bisschen genauer? Denn zurzeit weiß ich nur, dass ein ‚kluges Umgehen-Können mit Lebensraum’ angeblich sehr wichtig ist, habe aber keine Ahnung, welches Ausmaß das annehmen darf: Ist das auch die Legitimation dafür, dass jedes Start-up zehn Jahre herumwursteln darf – Sie haben ja auch von der Bedeutung des ‚Zeit-Gebens’ gesprochen – oder war das alles doch anders zu verstehen?”

Selbstverständlich will ich mich mit all dem auseinander setzen! Wobei ich Ihnen nicht nur etwas über SpacEconomy erzählen werde, sondern auch über ein neues Instrument der Raumplanung , das mit dieser verbunden ist. Denn Raumplanung hat natürlich immer sehr viel mit Wirtschaft zu tun, auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, dass sie das Feld der Politiker, Architekten und Raumplaner ist. Die klassische, flächenorientierte Raumplanung, die sich in der Idee der Flächenwidmungspläne und Regionalkonzepte niederschlägt, ist z.B. ein typisches Instrument der Flächenwirtschaft. Mit diesem Instrument will die Flächenwirtschaft sicherstellen, dass der Zugriff auf mögliche Standorte schnell und optimal vor sich gehen kann; so wie es für eine Flächenwirtschaft eben notwendig ist.

Ende der Serie

"Ein Welt-System namens Kapitalismus" ist der dritte und letzte Teil der Serie "Space Economy".

"Space Economy" von Christian Eigner ist als FastBook 1 im Verlag "Nausner & Nausner" erschienen. Das Buch ist aus dem Projekt "Upload" der Zentralvereinigung der Architekten entstanden.

Erhältlich ist "Space Economy" zum Preis von 12,50 Euro unter anderem bei "Nausner & Nausner" unter der E-Mail-Adresse office@nausner.at.

Diskussionen über die SpacEconomy und ähnlichen Themen sind auch am "Bücher-Wiki" zu finden.

FastBooks, so Eigner, sind schnell produzierte und schnell zu lesende Bücher, die neue Perspektiven öffnen wollen. FastBook 2 "Proto-Communities, Communities und ihre Anwendung" von Christian Eigner, Helmut Leitner und Peter Nausner ist bereits in Vorbereitung und soll kurz nach Weihnachten erscheinen.

Christian Eigner ist gemeinsam mit Christine Maitz Herausgeber der Texte zur Wirtschaft.

  • Artikelbild
    foto: nausner&nausner
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