Kyoto-Protokoll: Biss für den "zahnlosen Tiger"

20. Oktober 2002, 16:41
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EU-Projekt "CarboEurope" soll Erkenntnis darüber bringen, wie speicherfähig Kohlestoffsenken sind

Valencia - "Als die Kohlenstoffsenken ins Kyoto-Protokoll aufgenommen wurden, war den Politikern offenbar nicht so recht bewusst, wie kompliziert die Sache ist." Diese Vermutung äußerte Han Dolman von der Universität Amsterdam. Er ist einer jener Wissenschafter, die im Rahmen des EU-Projekts "CarboEurope" daran gegangen sind, die Frage zu untersuchen, was Wälder und Böden als Kohlenstoffsenken zu leisten im Stande sind.

Ziel von CarboEurope ist es, die Speicherfähigkeit solcher Senken zu messen und zu verifizieren. Denn ohne Verifikationssystem für Kohlendioxid bleibe das Kyoto-Protokoll, wie es Anver Ghanzi von der EU-Generaldirektion Forschung formulierte, "ein zahnloser Tiger". 250 Wissenschafter von 160 Forschungseinrichtungen aus 20 Ländern beteiligen sich an CarboEurope. Österreich ist durch das Institut für Energieforschung des Joanneum Research in Graz vertreten.

Abgesehen von den fünfzehn EU-Staaten arbeiten verschiedene Beitrittskandidaten sowie Russland, Brasilien und Israel mit. Die EU-Kommission unterstützt CarboEurope mit mehr als 25 Millionen Euro. Es ist das größte und bisher erfolgreichste auf Kohlenstoffsenken spezialisierte Forschungsteam der Welt. (APA)

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