Sportrechtekauf stockt

20. Oktober 2002, 15:40
posten

Sender-Chef Kofler: Liquidität besser als geplant

Der Verkauf der Senderechte für die WM 2006 und an der deutschen Fußball-Bundesliga an eine Gruppe um Günter Netzer und Finanzier Robert Louis-Dreyfus ist ins Stocken geraten. "Es gab noch einige juristische Details, die zu klären waren", sagte der Anwalt von Louis-Dreyfus, Claus Hass, der "Welt am Sonntag". Daher sei die Beurkundung des Vertrags über den Verkauf der Sportrechte der insolventen KirchMedia nicht wie geplant am vergangenen Dienstag zu Stande gekommen. Hass geht nun davon aus, dass der Vertrag am kommenden Mittwoch beim Notar unterzeichnet wird.

Der Kaufpreis liegt nach Informationen der Zeitung bei netto rund 180 Millionen Euro. Der Verkauf war am 10. Oktober angekündigt worden.

KirchMedia unter Zeitdruck

Unter Berufung auf nicht genannte Kreise schreibt die Zeitung weiter, dass Louis-Dreyfus auf Zeit spielen und eine endgültige Vertragsunterzeichnung noch einmal verschieben könnte. Die insolvente KirchMedia stehe unter Zeitdruck, da es ungewiss sei, ob der defizitäre PayTV-Sender Premiere seine nächste vierteljährliche Rate für die Übertragung der Bundesliga Anfang November zahlen könne.

Verpflichtungen nachkommen

Dies wurde von Premiere-Chef Georg Kofler energisch zurückgewiesen. "Wir werden unseren Verpflichtungen gegenüber der Bundesliga vollständig und pünktlich nachkommen", sagte er am Sonntag. Premiere befinde sich im Aufschwung, die Liquiditätslage sei besser als geplant. Die Kunden hätten Premiere mit der Bundesliga abonniert und bekämen sie auch weiterhin geliefert.

Die "Welt am Sonntag" schrieb, wenn Premiere nicht zahlen sollte, würde das wirtschaftliche Risiko derzeit wieder auf KirchMedia zurückfallen, die aber auch kein Geld habe. Für die Bundesliga-Vereine wäre das eine Katastrophe. Dreyfus kenne das Premiere-Risiko und wolle eventuell erst einmal abwarten, heißt es. Dreyfus-Anwalt Hass bestreitet, dass sein Mandant die Verhandlung verzögere. "Eine neue Verhandlung ist nicht vorgesehen", sagte der Anwalt. (dpa)

Share if you care.