Palästinenserführung hat Bedenken gegen neuen US-Plan

20. Oktober 2002, 14:54
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US-Vermittler Burns stellt Plan vor

Kairo - Die palästinensische Führung hat Bedenken gegen einige Punkte des neuen amerikanischen Plans für den Abzug der Israelis aus den besetzten Gebieten und die Gründung eines Palästinenserstaats. Das sagte der außenpolitische Berater Arafats, Nabil Shaath, am Sonntag bei einem kurzen Aufenthalt in Kairo. Welche Punkte den Palästinensern problematisch erscheinen, sagte Shaath nicht.

Er fügte hinzu, Palästinenserpräsident Yasser Arafat wolle noch am Sonntagabend die Namen der neuen Minister bekannt geben, weshalb er selbst rasch nach Ramallah zurückreisen müsse. Shaath erklärte, auf seiner Europareise in der vergangenen Woche hätten ihm Frankreich, Belgien und Dänemark Hilfe zugesichert, "sollten die Israelis ihre Aggression fortsetzen". Auch Washington habe Unterstützung versprochen.

US-Nahostvermittler William Burns ist derzeit in der Region, um den neuen amerikanischen Friedensplan vorzustellen. Der Plan sieht vor, dass die Palästinenser die Gewalt beenden und die Autonomiebehörde reformieren müssen. Im Gegenzug soll Israel den Bau von Siedlungen stoppen, seine Truppen aus den wiederbesetzten Autonomiegebieten abziehen und die humanitäre Lage in den Palästinensergebieten verbessern.

Für den Herbst 2003 sind Gespräche über die Errichtung eines palästinensischen Staates innerhalb provisorischer Grenzen vorgesehen. Verhandlungen über eine endgültige Lösung des Konflikts sollten bis 2005 oder 2006 enden. Burns soll am kommenden Donnerstag mit einer von Arafat ausgewählten palästinensischen Delegation in Jericho zusammentreffen. Mit Arafat selbst will der US-Vermittler nicht sprechen. (APA)

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