Goldman Sachs als Geldgeber bei Premiere im Gespräch

20. Oktober 2002, 13:00
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Premiere-Gläubigerbanken basteln an Debt-Equity-Swap, BAWAG dabei

Als neue Investoren bei dem defizitären deutschen Pay-TV-Sender Premiere sind nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" unter anderem die Investmenthäuser Goldman Sachs und Apax Partners im Gespräch. Premiere-Chef Georg Kofler hatte sich vor wenigen Tagen zuversichtlich gezeigt, dass bis Jahresende ein Geldgeber gefunden werden könne. Nach Koflers Worten überprüften etwa ein halbes Dutzend Interessenten das Unternehmen, von denen sich bereits drei bis vier Kandidaten für eine Endrunde heraus kristallisierten.

Wie "Focus" weiter berichtet, planen die Gläubigerbanken des von Leo Kirch gegründeten Bezahlfernsehen unterdessen, ihre Kredite über insgesamt 767 Millionen Euro in Anteile umzuwandeln.

Nicht nur Pfandgläubiger

"Wenn man Eigentümer und nicht nur Pfandgläubiger ist, kann man anders handeln", hatte der Generaldirektor der österreichischen BAWAG/P.S.K.-Gruppe, Helmut Elsner, bereits am Freitag im APA-Gespräch erklärt. Gleichlautend begründet er seine Bereitschaft zu einem Debt-Equity-Swap auch im "Focus". Die BAWAG hatte Premiere 127 Millionen Euro geliehen, den größeren Rest teilen sich HypoVereinsbank sowie Bayerische Landesbank (BayernLB). Auch deren Sprecher Matthias Priwitzer bestätigte dem "Focus"-Bericht zufolge entsprechende Überlegungen.

Die Premiere-Mutter KirchPayTV hatte im Mai Insolvenzantrag gestellt. Premiere war jedoch mit Hilfe der Banken von der Pleite verschont geblieben. Da der Überbrückungskredit nur bis Ende des Herbstes reicht, soll bis Ende des Jahres ein neuer Geldgeber bei Premiere einsteigen. (APA/dpa)

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