Pannonische Wahl: Schlappe für FP-Chef Salzl

20. Oktober 2002, 19:58
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Köhly gewinnt in Deutschkreuz und ist damit einziger blauer Bürgermeister im Burgenland

Eisenstadt - Landeshauptmann Hans Niessl hat das Ziel, das er seiner SPÖ bei den Bürgermeisterwahlen gesetzt hat, erreicht: Auf der Zehnerstelle der Zahl der burgenländischen SP-Bürgermeister steht ein Neuner, die südburgenländischen Orte Kleinmürbisch und Pinkafeld wurden, wie's im Jargon der Politiker heißt, "umgedreht". Der ÖVP gelang dies unter umgekehrten Vorzeichen im Norden: Deutsch Jahrndorf und Zurndorf, zwei klassisch rote Gemeinden, werden in den nächsten fünf Jahren von VP-Bürgermeistern regiert. Oberschützen auch. Der dortige Hoffnungskandidat der FPÖ, der im ersten Wahlgang mit über 40 Prozent stärkster Bewerber gewesen war, musste sich am Sonntag mit doch immerhin 47,3 Prozent geschlagen geben.

Das sicherlich überraschendste Ergebnis der engeren Bürgermeisterwahl in 16 burgenländischen Gemeinden gab es in Zurndorf, wo mit Rudolf Suchy über mehrere Perioden hinweg eine rote Persönlichkeit dominiert hatte. Die Übergabe hat in der Gemeinde im Herzen der Parndorfer Platte aber offenbar nicht funktioniert. VP-Kandidat Werner Falb-Meixner, der vor zwei Wochen auf 48,09 Prozent gekommen war, erreichte am Sonntag beeindruckende 55,3, sein SP-Gegenkandidat konnte sich bloß von 44,07 auf 44,7 steigern.

Rotes Pinkafeld

Pinkafeld dagegen wurde in den Eisenstädter Zentralen nur bedingt als Überraschung gewertet. Hier war die seit 1945 regierende ÖVP auf nur 44,5 Prozent gekommen, Spitzenkandidat Kurt Tripamer auf immerhin 49,06. Aber in der Stichwahl mobilisierte SP-Kontrahent Kurt Maczek nicht nur die freiheitlichen Wähler und steigerte sich von 47,6 auf 51,03.

Eine herbe Enttäuschung erlebten die Freiheitlichen nach dem Desaster vor zwei Wochen nun auch bei der Stichwahl um den Bürgermeister. Landesparteichef Stefan Salzl, vor Jahresfrist noch unbestrittener Ortschef von Halbturn, der einzig blaue im Burgenland, musste sich dem VP-Herausforderer Peter Nachtnebel geschlagen geben, der auf 52,8 Prozent kam.

Die in der Stichwahl vertretenen Bürger- und Namenslisten durften dagegen feiern. In Gatterndorf wurde Bürgermeister Kovacs, ein ehemaliger SP-ler, der auf seiner Liste LIKO kandidierte, bestätigt. Und in Bad Sauerbrunn, wo die im heurigen Frühjahr gegründete "Liste für Bad Sauerbrunn" die regierende SP-Bürgermeisterin Sylvia Linc in die Stichwahl zwang, war Gerhard Hutter als Herausforderer erfolgreich.(Wolfgang Weisgram/DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2002)

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