Mediaset bietet mit Haim Saban und TF1 für KirchMedia

20. Oktober 2002, 09:25
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Vereinigung des TV-Know-hows aus Italien, Frankreich und den USA

Der italienische TV-Konzern Mediaset hat sich nach Angaben aus Kreisen wieder in das Bieterverfahren um das insolvente deutsche Fernsehunternehmen KirchMedia eingeschaltet. Mediaset, Altgesellschafter von KirchMedia, habe sich der Gruppe um den US-Milliardär Haim Saban und dem französischen Fernsehsender TF1 angeschlossen, hieß es am Freitag aus mit den Plänen vertrauten Kreisen.

Die drei Parteien vereinen das Fernseh-Know-how aus drei Ländern. TF1 ist die größte Sendeanstalt in Frankreich. Mediaset, die von der Familie des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, ist der führende private Anbieter in Italien. Haim Saban verdiente unter anderem mit Kinder-Trickfilmen in den USA ein Vermögen.

Gleichermaßen beteiligen

Mediaset, TF1 und Saban würden sich gleichermaßen am Angebot beteiligen, hieß es aus den Kreisen weiter. Details seien aber noch nicht entschieden. TF1 und Mediaset hofften, dass sie durch die Bündelung ihrer Kräfte Anlegerbedenken über den Sinn des Engagements aus dem Wege räumen könnten. Weder die Bieter noch KirchMedia waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Weiterer Bieter

Zu einer weiteren Bietergruppe, die vom Heinrich Bauer Verlag und den Axel Springer Verlag angeführt wird, gehören die HypoVereinsbank und die Sony-Tochter Columbia-TriStar.

Die Konsortien haben bis zum 30. Oktober Zeit, ein endgültiges Angebot für KirchMedia vorzulegen. Seit der Insolvenz des früheren Medienimperiums von Leo Kirch im April suchen die Sanierungsexperten, KirchMedia-Geschäftsführer Heinz-Joachim Ziems und Wolfgang van Betteray, nach Käufern für das Unternehmen, das ursprünglich als Ganzes verkauft werden sollte. In Gläubigerkreisen wurden die Angebote für den großen Rest von KirchMedia - Teile der Produktion, der Filmrechtehandel sowie die Mehrheit an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 - auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro beziffert. (APA/Reuters)

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