Palästinenser räumen Heimatdorf

19. Oktober 2002, 21:44
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Nach Drohungen jüdischer Siedler - Palästinenser wegen Kollaboration mit Israel zum Tode verurteilt

Nablus - Im nördlichen Westjordanland hat unterdessen die palästinensische Bevölkerung eines Dorfes ihre Häuser nach Drohungen jüdischer Siedler fast vollständig geräumt. Wegen "ständiger Belästigungen" der benachbarten Siedler hätten fast alle der 150 Familien beschlossen, ihre Heimat zu verlassen, teilte der Bürgermeister des Dorfes Hirbat Yanun, Abdul Latif Sobih am Samstag mit. Nur fünf Familien wollten weiter in der Ortschaft nahe Nablus wohnen. Die in der zehn Kilometer entfernten Siedlung Itamar lebenden Juden hätten wiederholt die Strom- und Wasserversorgung sabotiert sowie palästinensische Olivenpflücker mit Warnschüssen vertrieben, sagte Sobih.

Ein Staatssicherheitsgericht in Gaza verurteilte derweil einen 30-jährigen . Das Hamas-Mitglied habe Informationen über den bewaffneten Flügel seiner Organisation an israelische Dienste weitergegeben und "Aktivitäten" gegen palästinensische Kämpfer unternommen, teilte ein Anklagevertreter mit. Der 30-Jährige war bereits vor vier Jahren festgenommen worden. Palästinenserpräsident Yasser Arafat kann über die Vollstreckung der Todesstrafe entscheiden.

Bewaffnete Mitglieder rivalisierender Palästinenser-Fraktionen haben sich im Lager Ain el Hilweh im Libanon am Samstag eine Schießerei geliefert. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, bei der internen Fehde zwischen Islamisten und Anhängern der Fatah-Fraktion Arafats seien Schusswaffen und Granatwerfer eingesetzt worden. Berichte über Verwundete oder Tote lagen zunächst nicht vor. Das Lager bei Sidon mit Tausenden von Bewohnern wird von verschiedenen, teils verfeindeten Palästinenser-Fraktionen verwaltet. Im Libanon leben rund 350.000 Palästinenser in verschiedenen Flüchtlingslagern. (APA/Reuters)

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