Arafat ruft Frankophonen-Gipfel zu Verurteilung Israels auf

19. Oktober 2002, 19:10
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Arabische Liga: "Barbarische Praktiken"

Beirut/Kairo - Der palästinensische Präsident Yasser Arafat hat die in der libanesischen Hauptstadt Beirut versammelten rund vierzig Staats- und Regierungschefs der Frankophonie-Bewegung (OIF) ersucht, die an seinem Volk begangenen "israelischen Verbrechen" in aller Form zu verurteilen. In einem Schreiben an den Gipfel-Vorsitzenden, den libanesischen Staatspräsidenten Emile Lahoud, und OIF-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali prangerte Arafat am Samstag laut einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA die "Blockade, die Aggressionen und die Verbrechen" an und legte zugleich ein Bekenntnis zu einem "gerechten Frieden" ab, der die Rechte der Palästinenser garantiere.

Arafat verwies unter anderem auf die Opfer der jüngsten israelischen Angriffe auf ein Flüchtlingslager im Gaza-Streifen. Zehntausende Palästinenser hatten am Freitag beim Begräbnis von sechs Opfern Vergeltung gefordert. Mindestens 50 Menschen waren verletzt worden. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, appellierte am Samstag an UNO-Menschenrechtskommissar Sergio Vieira de Mello, gegen die "barbarischen Praktiken" Israels und die permanenten schweren Verletzungen der Vierten Genfer Konvention in den besetzten Gebieten aufzutreten. Völkerrechtswidrige Zwangsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung und Kollektivstrafen, wie Häuserdemolierungen, seien nicht hinzunehmen.

Der Rat der jüdischen Institutionen Frankreichs (CRIF) hatte Präsident Jacques Chirac am Dienstag aufgerufen, Israels Beitritt zur OIF zu unterstützen, und kritisiert, dass Israel von der Organisation der frankophonen Länder "ständig ferngehalten" werde, obwohl 20 Prozent der israelischen Bürger frankophon seien bzw. aus frankophonen Ländern stammten. (APA)

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