"Schwulen-Ehe ist kontraproduktiv"

21. Oktober 2002, 09:57
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LIF-Kandidat Jesionek: "Heute andere Themen als unter Heide Schmidt"

Wien - Reinhard Jesionek, Spitzenkandidat des Liberalen Forums (LIF), hat die Frage der "Schwulen-Ehe" als "kontraproduktiv" bezeichnet. In einem Interview mit der oberösterreichischen "Sonntags Rundschau" meinte er zu den von LIF-Gründerin Heide Schmidt erhobenen gesellschaftlichen Forderungen nach Entfernung der Kreuze aus den Schulen und homosexuellen Ehegemeinschaften: "Das sind für uns keine primären Themen".

"Es ist aber für mich die Gleichstellung von schwulen Lebensgemeinschaften keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit", fügte der Ex-Fernsehmoderator und Sohn von Jugendgerichtshofpräsident Udo Jesionek hinzu. Die Frage der "Schwulen-Ehe" müsse man auf beiden Seiten diskutieren.

"Wenn man die Leute vom Land damit vor den Kopf stoßt, muss man die andere Seite fragen, geht es nur um den Effekt oder ist das wirklich notwendig? Ich verstehe da die alten Leute, wenn Sie dagegen rebellieren. Die Schwulen-Ehe ist für mich kontraproduktiv", so Jesionek.

Aussichtsloses Unterfangen?

Auf die Frage, ob er bei den Wahlen die Überwindung der Vier-Prozent-Hürde für den Nationalrat nicht als "recht aussichtsloses Unterfangen" sehe, sagte der LIF-Spitzenkandidat: "Da bin ich mir nicht so sicher. In den 18 Jahren, die ich gearbeitet habe, hat jedes Unterfangen anfangs aussichtslos ausgeschaut."

Die Themen, die unter Heide Schmidt vor zweieinhalb Jahren da waren, seien "heute völlig andere", betonte Jesionek. Sie habe sich dem linken Lager zugewendet und gesagt, dass sie für rot-grün sei. "Jetzt will sie auch Justizministerin unter rot-grün werden. Dadurch hat sie alle konservativen Kräfte von vornherein ausgeschlossen. Das tue ich nicht", erklärte der LIF-Kandidat. (APA)

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    Jesionek will nicht alle konservativen Kräfte von vornherein ausschließen

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