Rebellen erobern wichtige Stadt in Ost-Kongo zurück

19. Oktober 2002, 15:30
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Mehr als hundert Menschen bei Kämpfen getötet

Goma - Die Rebellen der Bewegung für Demokratie (RCD) haben am Samstag die Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Uvira im Osten der Demokratischen Republik Kongo verkündet. Auf dem Weg in die umkämpfte Stadt in der Krisenprovinz Süd-Kivu habe er mehr als hundert Leichen auf der Straße liegen sehen, sagte RCD-Sprecher Jean-Pierre Lola Kisanga der Nachrichtenagentur AFP. Die Rebellen hatten zuvor mitgeteilt, sie hätten dem Feind "schwere Verluste" zugefügt und zahlreiche Miliziönäre gefangen genommen.

Stammeskämpfer der Mai-Mai-Miliz hatten erst am vergangenen Wochenende die Kontrolle über Uvira übernommen, eine Woche nach dem Abzug der letzten ruandischen Soldaten. Nach dem Rückzug der Mai Mai flohen am Samstag auch Zivilisten, die eine Vergeltung der von Ruanda unterstützten RCD fürchteten.

Nach vier Jahre dauernden Kämpfen hatten Ruanda und Kongo Ende Juli einen Friedensvertrag unterzeichnet. Der darin vereinbarte Abzug der 20.000 ruandischen Soldaten aus Ost-Kongo ist nach ruandischen Angaben abgeschlossen. Der Bürgerkrieg in Kongo, bei dem sich mehrere Rebellenbewegungen sowie Invasionstruppen aus den Nachbarländern gegenüberstanden, ist mit rund 2,5 Millionen Toten nach UN-Angaben die schlimmste kriegerische Auseinandersetzung der Gegenwart. (APA)

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