Datenbank als Waffe gegen Kinderpornos

19. Oktober 2002, 14:25
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Österreich hat bisher keine Daten in diese Sammlung eingespeist

Mit dem schmutzigen Geschäft der Kinderpornografie beschäftigt sich kommende Woche eine Interpol-Tagung in der Schweiz. Neben rund hundert Ermittlern aus der ganzen Welt nehmen auch Vertreter des UNO-Kinderhilfswerkes Unicef und soziale Organisationen ab Dienstag an der Konferenz im Kanton Bern teil.

Produzenten kaum auszuforschen

Eines der Hauptthemen der Veranstaltung ist die Kinderpornografie im Internet. Hier stehen die Ermittler vor den größten Schwierigkeiten. Denn die Produzenten der Machwerke sind im weltweiten Datennetz kaum auszuforschen. Seit einem guten Jahr bietet Interpol allerdings eine Datenbank an, wo mittels spezieller Software überprüft werden kann, ob ein Opfer bereits in einer anderen Produktion misshandelt worden ist. Auch einige Täter sind in der Sammlung gespeichert, die seit ihrem Bestehen rund zwei Millionen Mal von Polizeibeamten abgefragt worden ist.

Österreich hat bisher keine Daten in diese Sammlung eingespeist

Österreich hat bisher keine Daten in diese Sammlung eingespeist, berichtet Rudolf Gross, Leiter der Meldestelle für Kinderpornografie im Innenministerium, der die Alpenrepublik in der Schweiz vertreten wird. "Das zeigt, dass hier hauptsächlich Konsumenten, aber keine Produzenten sitzen", erläutert der Beamte. Hergestellt werden die Pornos meist in Asien und dem ehemaligen Ostblock.

Über die Konsumenten gibt es bisher keine detaillierten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Für Ermittler Gross "kommen sie aus allen Schichten". Es gibt zwei Gruppen von Konsumenten: "Die einen haben keine speziellen Computerkenntnisse und bestellen einfach per Kreditkarte. Viel komplizierter ist die Arbeit gegen die zweite Gruppe, die technische versiert ist und Verschlüsselungsprogramme benutzt", fasst Gross zusammen. (sda, moe, DER STANDARD Printausgabe 19/20.10.2002)

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