Van Staa: Platz eins ist Wunschdenken

19. Oktober 2002, 11:17
11 Postings

ÖVP als stärkste Partei unwahrscheinlich - Designierter tiroler Landeshauptmann gibt Haider Schuld am Scheitern der Regierung

Innsbruck - Der Innsbrucker Bürgermeister und designierte Tiroler Landeshauptmann, Herwig van Staa, hält es führ unwahrscheinlich, dass die ÖVP bei den Nationalratswahlen stärkste Partei wird. "Ich bin sehr skeptisch, dass das möglich ist. Da ist sehr viel Wunschdenken dabei", sagte van Staa in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil".

Er sehe nur eine kleine Chance, dass die ÖVP die SPÖ überholen könne. Damit dies gelinge, müsste seine Partei allerdings "sehr viele Stimmen aus anderen Bereichen gewinnen" und dürfe keine bürgerliche Stimmen an die Grünen verlieren.

Haider schuld

Nach den Wahlen sei eine Koalition mit "jeder demokratischen Partei" möglich, sagte der Tiroler ÖVP-Obmann. Auch die FPÖ käme als Partner für eine Regierungszusammenarbeit in Frage, allerdings nur "ohne nennenswerte Mitwirkung des Zurufers aus Kärnten".

Gegenüber "profil" gab van Staa zudem dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) Schuld am Scheitern der Koalition. "Hätte Haider nur annähernd eine so verantwortungsvolle Rolle gespielt wie Joschka Fischer in Deutschland, gäbe es die Koalition noch." Fischer habe einen Persönlichkeitswandel von einem Oppositionspolitiker mit radikalen Ansätzen zu einem anerkannten Regierungspolitiker vollzogen.

Der Tiroler VP-Chef beurteilte eine weitere Zusammenarbeit mit der FPÖ skeptisch. "Die ÖVP ist die traditionelle Europapartei. Ich fürchte aber, dass sich FPÖ und ÖVP in der Europafrage weit voneinander entfernen, wenn Reichhold nicht höllisch aufpasst." Mit einer Partei, die die EU-Erweiterung blockiere, könne die ÖVP allerdings keine Koalition eingehen.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Herwig van Staa

Share if you care.