Iren sagen "Ja" zu Nizza

20. Oktober 2002, 09:06
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Anteil der Befürworter des Reformvertrages nach ersten Auszählungen bei knapp 67 Prozent

Dublin - Nach ersten offiziellen Ergebnissen scheinen die irischen Wähler den Vertrag von Nizza gebilligt zu haben. Dies wurde in der Nacht zum Sonntag in Dublin bekannt gegeben. Der Auszählung von sechs der insgesamt 42 Wahlkreisen zufolge liegt der Anteil der Befürworter des Reformvertrages bei knapp 67 Prozent. Alle bereits ausgezählten Wahlbezirke liegen nahe der Hauptstadt Dublin. Zusammen repräsentieren sie rund 7,5 Prozent der gesamten Wählerschaft. Eine Zustimmung Irlands gilt als unverzichtbar für die geplante Osterweiterung der Europäischen Union (EU) um zehn Mitglieder.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Wahlbeteiligung diesmal offenbar höher war als beim ersten Nizza-Referendum im Juni 2001. Damals waren nur 34 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen gegangen, diesmal waren es nach ersten Hochrechnungen etwa 40 Prozent. Eine höhere Wahlbeteiligung galt als hoffnungsvolles Zeichen für die Befürworter des Vertrags.

Irland ist der einzige EU-Staat, in dem der Vertrag von Nizza vor seiner Ratifizierung in einer Volksabstimmung gebilligt werden muss. Der Text legt die Grundlage für eine Erweiterung der EU nach Ost- und Südeuropa und regelt die Größe der EU-Kommission und das Stimmgewicht bei Mehrheitsentscheidungen in der reformierten EU neu. Er ist nach der südfranzösischen Küstenstadt benannt, in der er im Dezember 2000 ausgehandelt wurde. Mit den endgültigen Ergebnissen wurde nicht vor Sonntagnachmittag gerechnet. (APA/Reuters/dpa)

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    Der irische Premier Bertie Ahern hofft auf "Yes"

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    bild: derstandard.at
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