Peru: Präsident ist Vater von unehelicher Tochter

19. Oktober 2002, 10:25
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Toledo beugt sich mit Geständnis massivem öffentlichem Druck

Lima - Auf massiven öffentlichen Druck hat der peruanische Präsident Alejandro Toledo eingeräumt, eine uneheliche Tochter zu haben. Sie sei noch immer "überwältigt" von der Nachricht, sagte die 14-jährige Zarai der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Lima. Sie wolle nach dem Eingeständnis ihres Vaters ihr Leben ganz normal weiterleben. "Ich weiß nicht, ob ich ihn treffen will." In Toledos Amtssitz werde dies jedenfalls nicht geschehen. "Wir müssten uns an einem neutralen Ort treffen."

Ihre Mutter Lucrecia Orozco zeigte sich erleichert, dass Toledo nach jahrelangem Streit um die Vaterschaft endlich die Katze aus dem Sack ließ: "Wir haben unser Ziel erreicht", sagte Orozco im Radiosender RPP. Sie hatte von Toledo bisher vergeblich Unterhaltszahlungen für Zarai eingefordert.

Zuletzt hatte Ende Juni hatte eine Familienrichterin einen Vaterschaftstest angeordnet. Nachdem sich Toledo jedoch wiederholt derartigen Gerichtsanordnungen widersetzt hatte, führte seine Tochter ab Juli persönlich eine Protestkampagne an, einschließlich einer symbolischen Windel-Waschaktion. Toledo trat im Juli 2001 als erster Ureinwohner das Amt des Staatspräsidenten in Peru an. Seine Popularität ist nach einer Serie von Affären mittlerweile auf dem Tiefpunkt angelangt. (APA)

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