Anruf genügt - das Sammeltaxi kommt

18. Oktober 2002, 20:17
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In Niederösterreich setzt man auf neue Öffis

St. Pölten/Wiener Neustadt - Öffentliche Busse, die nur mehr vereinzelt Fahrgäste transportieren; Fahrgäste, die - mehr oder minder zähneknirschend - aufs Auto umsteigen, weil die zu gering ausgelasteten Busverbindungen eingestellt werden: so weit das Dilemma des öffentlichen Nahverkehrs, vor allem in ländlichen Regionen.

"Dort, wo Linienverbindungen nicht mehr rentabel sind, bietet das Sammeltaxi eine Lösung", erläutert Regina Schönbichler vom niederösterreichischen Referat für Gesamtverkehrsangelegenheiten. Als Koordinatorin eines landesweiten Sammeltaxiprojekts ist sie sich sicher: "So kann der öffentliche Nahverkehr bedarfsorientiert bedient werden."

Bis Ende September hatten wir 300 Fahrten

So wie es seit 19. September in Wiener Neustadt geschieht - weitere Gemeinden, etwa Amstetten, werden folgen: "Bis Ende September hatten wir 300 Fahrten, gleich viele wie in der ersten Oktoberwoche", zieht im Wiener Neustädter Rathaus Wolfgang Rogl eine erste Bilanz. Vor allem "Frauen, Jugendliche und Besucher von Abendveranstaltungen" würden das neue Verkehrsmittel benutzen, das unter der Woche zwischen 19 und 24 Uhr, am Sonntag schon ab acht Uhr früh zur Verfügung steht.

Die Kosten für die Benutzer, so Rogl, hielten sich in Grenzen: 2,50 Euro - nur ein Euro für Besitzer einer lokalen Öffi-Zeitkarte. Dafür werde man vom Taxi "bis vor die Haustür gefahren. Das können Sie von einem Bus nicht haben."

Auch die Kosten für die Gemeinde seien überschaubar, ergänzt Schönbichler - weil das Land das zentralisierte Rufsystem bezahle, das vom Hollabrunner Callcenter Ringo betrieben wird. Um 85.000 Euro - für die kommenden vier Jahre. (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe 19/20.10.2002)

Sammeltaxi: [TEL] (0810) 81 02 78
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