Israel zieht Truppen aus Jenin ab

18. Oktober 2002, 20:06
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Ausgehverbot aufgehoben

Jerusalem/Washington - Die israelische Armee hat sich am Freitag aus der palästinensischen Stadt Jenin im Westjordanland zurückgezogen und das dortige Ausgehverbot außer Kraft gesetzt. Zugleich hoben Soldaten einen zwei Meter tiefen Graben aus, um den Autoverkehr von und zu der zu unterbinden. Unterdessen meldeten israelische Medien, Ministerpräsident Ariel Sharon habe sich grundsätzlich mit dem neuen US-Friedensplan einverstanden erklärt. Sharon beendete seinen Besuch in den USA.

Der palästinensische Gouverneur von Jenin, Khaider Irshaid, sagte, die israelischen Soldaten hätten sich zwar aus der Stadt zurückgezogen, diese jedoch umstellt. Niemand dürfe Jenin verlassen. Die Streitkräfte erklärten lediglich, man habe mit der Errichtung von Barrieren begonnen, um einem Waffenschmuggel vorzubeugen und "Terroristen" am Verlassen der Stadt zu hindern.

Burns startet Reise durch Nahen Osten

Der amerikanische Nahost-Sondergesandte William Burns begann am Freitag in Ägypten eine neue Reise durch die Region. In der kommenden Woche will er mit israelischen und palästinensischen Vertretern zusammenkommen. Burns traf sich am Donnerstag in Paris mit dem palästinensischen Planungsminister Nabil Shaath und übergab ihm einen Entwurf für einen Friedensplan mit Israel.

Nach Berichten des israelischen Armeeradios hat Ministerpräsident Sharon den in der jüngsten US-Initiative vorgeschlagenen neuen Zeitplan zwar grundsätzlich akzeptiert. Endgültig wolle sich der Regierungschef aber nicht auf den Plan festlegen. Der Entwurf sieht vor, dass die Palästinenser die Gewalt beenden und die Autonomiebehörde reformieren müssen. Im Gegenzug soll Israel den Bau von völkerrechtswidrigen Siedlungen in den besetzten Gebieten stoppen, seine Truppen aus den wiederbesetzten Autonomiegebieten abziehen und die humanitäre Lage in den Palästinensergebieten verbessern. Für den Herbst 2003 sind Gespräche über die Errichtung eines palästinensischen Staates innerhalb provisorischer Grenzen vorgesehen. (APA/AP/AFP)

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