Fünf Transitrouten blockiert

18. Oktober 2002, 19:27
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Am 25. Oktober werden in Tirol und Salzburg fünf Transitrouten zu Kundgebungs-Plätzen. Der angekündigte Megastau dürfte an der Vernunft der Verkehrsteilnehmer scheitern...

Innsbruck - Aufgrund der "Nichtuntersagung" durch die Bezirkshauptmannschaft Lienz steht nun definitiv fest, dass am kommenden Freitag zwischen 14 und 18 Uhr auch die Felbertauernstraße in St. Johann im Walde (zwischen Matrei i. O. und Lienz) von Transitgegnern blockiert sein wird. Wie berichtet, findet die Hauptkundgebung auf der Inntalautobahn in Vomp zwischen 12.05 und 24 Uhr statt, die Bundesstraße über den Fernpass wird in Biberwier von 12 bis 18 Uhr dicht sein.

Unterstützungscharakter haben die kurzen Blockaden von 12 bis 14 Uhr in Salzburg auf der A10 (bei Flachau) und auf der Katschbergbundesstraße (bei Obertauern).

Prognostizierte Megastaus

Die von den Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC prognostizierten Megastaus verweist der Obmann des Transitforums, Fritz Gurgiser, ins Reich der Legende. "Die Leute sind ja nicht blöd", meint Gurgiser. Durch die frühzeitige Ankündigung der Blockaden hätten alle Straßenbenützer die Möglichkeit, sich auf die Situation einzustellen.

Der Protest richte sich gegen die Verkehrspolitik in Brüssel und Wien, stellt Gurgiser klar, an Konfrontationen mit einzelnen Pkw- und Lkw-Lenkern bestünde kein Interesse. Erfahrungswerte von vergleichbaren Kundgebungen bestätigen Gurgiser: Während der zweitägigen Blockade der Brennerautobahn im Juni 2000 war die Ausweichroute auf der Bundesstraße schwächer belastet als an einem normalen Wochenende.

Ausweichrouten

Im Nord-Süd-Verkehr wird großräumiges Ausweichen über die Steiermark oder Vorarlberg angeraten, noch besser ist Bahnfahren oder Zuhausebleiben. Im Inntal wird von der A12 auf die parallel verlaufende B171 umgeleitet.

Für Aufregung sorgt derzeit das Flugblatt einer bisher nicht in Erscheinung getretenen "Interessengemeinschaft Freie Fahrt durch Tirol". Das in Fernfahrerkreisen kursierende Papier gibt Empfehlungen, wie das seit 1. Oktober geltende verschärfte Nachtfahrverbot für Lkw auf der Inntalautobahn "umfahren" werden kann. "Freie Fahrt für freie Fahrer" durch Vermeidung der Kontrollstelle auf der A12 bei Kundl wird auch jenen empfohlen, die mit einem überladenen Lkw unterwegs sind.

Umweltlandesrat Hannes Gschwentner (SPÖ) fordert wie Gurgiser, Schlupflöchern einen "Riegel vorzuschieben". Der Ausweichverkehr sei mit einem sektoralen Fahrverbot bei Breitenbach zu stoppen, meint Gschwentner. (Hannes Schlosser, DER STANDARD Printausgabe 19/20.10.2002)

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