Klassisches Profil

18. Oktober 2002, 23:09
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Antike, Art Deco & Design: Die Messe "Cultura" in Basel

Verkaufsmessen mit Profil haben eben Bestand am internationalen Kunstmarkt. Zum vierten Mal öffnete die Cultura vergangenes Wochenende in Basel ihre Pforten. Ihr betont klassisch-antikes Programm weist sie als eine einzigartige und deshalb von wirtschaftlichen Turbulenzen weit weniger als andere Messen betroffene Präsentation aus. "Wir freuen uns über die Qualität des Publikums", kommentierte Chairman Miklos von Bartha den Auftakt. Gemeint sind weltweit angereiste Sammler und Museumskuratoren. Kaum fielen die Absperrungskordeln, wurde dann auch ohne zähe Vorverhandlungen gekauft.

Von seinen Hauptattraktionen trennte sich Rupert Wace ebenfalls gleich zu Beginn: Für 45.500 Euro wechselte der goldene Blattkranz (350-300 v. Chr.) ebenso wie eine aus Kalkstein gearbeitete Ente aus Mesopotamien in eine renommierte Privatsammlung. Auch Ben Janssens Oriental Art (London), Aussteller in der Sparte Islamische Kunst & Asiatica, verzeichnete namhafte Verkäufe.

Ein Sammler aus der Schweiz erwarb für 16.700 Euro eine seltene chinesische Kanne mit einem Menschenkopf, Irdenware, Liao-Dynastie - das Vergleichsstück dazu besitzt das British Museum, London. Auch in der erweiterten Sektion "Angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts & Design" konnten bemerkenswerte Verkäufe verzeichnet werden. Neuaussteller Designano verkaufte für 4000 Euro Joe Colombos Stuhl Nr. 4801, um 1963 (Erstausgabe Nr. 321) sowie den Prototypen einer UFO Lampe Verner Pantons aus dem Jahr 1975; vergleichsweise stehen noch eine größere bzw. kleinere Variante (33.000 / 7300 EURO) zum Verkauf.

Der einzige österreichische Aussteller durfte sich gleichfalls über einen erfolgreichen Start freuen. Tony Subal gab ein italienisches Spiegelmöbel, um 1935 nach einem Entwurf von Pietro Chiesa von Fontana Arte hergestellt, in eine Schweizer Sammlung ab. Ebenfalls aus Italien stammt eine mit 15.000 Euro veranschlagte Bücherwand von Scremin mit reichen floralen Intarsien im Stil der 40er Jahre. (Olga Kronsteiner/DER STANDARD, Printausgabe, 19.10.2002)

Bis einschließlich 20. Oktober, Cultura 2003: 14. bis 19. November
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