Hoffnung bei Suche nach dem Heckenschützen

19. Oktober 2002, 16:43
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Lastwagen mit Patronenhülse gefunden

Washington - Bei der Suche nach dem Heckenschützen von Washington hoffte die Polizei am Samstag, das Tatfahrzeug gefunden zu haben. In einem Autoverleih in der Nähe des internationalen Flughafens Dulles vor den Toren der US-Hauptstadt im Bundesstaat Virginia wurde ein weißer Kasten-Lieferwagen sichergestellt, in dem eine Patronenhülse lag. Ballistische Experten überprüfen, ob die Hülse aus der Waffe des Unbekannten stammt, der neun Menschen getötet und zwei schwer verletzt hat.

Ein weißer Lieferwagen war bei mehreren Attentaten gesehen worden. Wie die Polizei mitteilte, fand ein Angestellter der Leihfirma die Patronenhülse beim Reinigen des Fahrzeugs und alarmierte am Freitagnachmittag die Behörden.

Falsche Fährte

Ein Mann, der nach dem bisher letzten Mord die Polizei als angeblicher Zeuge belogen hat, ist am Freitagabend verhaftet und wegen Falschaussage angeklagt worden. Der 37-Jährige hatte die Beamten auf eine falsche Fährte geführt. Auf Grund seiner Aussage suchten die Behörden nach einem dunkelhäutigen Mann und einem cremefarbenen Kleinbus.

Der 37-Jährige hatte sich als Augenzeuge gemeldet. Später stellten sich seine Angaben als unglaubwürdig heraus. Als der Schuss fiel, war er innerhalb des Geschäfts und nicht auf dem Parkplatz, auf dem das neunte Todesopfer des Täters zusammenbrach. Sollte er verurteilt werden, erwarten ihn bis zu sechs Monate Haft.

Der mysteriöse Heckenschütze versetzt die Menschen im Großraum Washington seit dem 2. Oktober in Angst und Schrecken, weil er immer ohne Vorwarnung und aus großer Entfernung auf seine Opfer schoss. Aus Angst vor weiteren Anschlägen wurden in den vergangenen Tagen viele öffentliche Veranstaltungen verlegt oder abgesagt.

Bei der Fahndung wird auch nicht ausgeschlossen, dass der Heckenschütze von der Terrororganisation El Kaida ausgebildet worden sein könnte. Inhaftierte El Kaida-Kämpfer auf dem amerikanischen Stützpunkt Guantanamo Bay wurden befragt. Nach Berichten belgischer Medien sind Ermittler des FBI dem Verdacht in einer Vernehmung des mutmaßlichen Terroristen Nizar Trabelsi nachgegangen, der zwei Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Brüssel festgenommen wurde.

Trabelsi sei mindestens ein Mal in einem Trainingslager von El Kaida in Afghanistan gewesen, berichtete die Zeitung "Le Soir" am Samstag. Bereits vor einigen Monaten habe der mutmaßliche Terrorist nach Angaben verschiedener Quellen ausgesagt, dass Männer in diesen Lagern zu Heckenschützen ausgebildet würden, um Angriffe gegen die Vereinigten Staaten zu führen. Diese Aussagen habe Trabelsi am 10. und 11. Oktober vor den FBI-Ermittlern wiederholt. Es gilt aber auch als denkbar, dass er sich nur wichtig machen will. Der Mann wird verdächtigt, Anschläge gegen US-Einrichtungen in Europa angestiftet zu haben. (APA/dpa)

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