EU will alle Beziehungen zu Nordkorea überprüfen

18. Oktober 2002, 17:47
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Diplomatische Beziehungen, humanitäre und wirtschaftliche Hilfe im Zentrum der Gespräche

Brüssel - Nach dem überraschenden Eingeständnis der nordkoreanischen Regierung, heimlich an einem Atomwaffenprogramm gearbeitet zu haben, will die Europäische Union alle Beziehungen mit Pjöngjang überprüfen. Die EU-Außenminister wollten über die Angelegenheit auf ihrem Treffen in Luxemburg ab Montag beraten, sagte am Freitag ein EU-Vertreter, der nicht genannt werden wollte. Neben den diplomatischen Beziehungen stünden auch die humanitäre und wirtschaftliche Hilfe sowie die EU-Gelder für das zivile Atomprogramm Nordkoreas auf dem Prüfstand. Die EU beteiligt sich mit rund 20 Millionen Euro jährlich am Bau eines Leichtwasserreaktors, der von einem internationalen Konsortium errichtet wird.

Nordkorea hatte überraschend die geheime Weiterentwicklung seines Atomwaffenprogramms eingestanden und damit einen neuen Rückschlag in den Beziehungen zu den USA provoziert. Nach Angaben des US-Außenministeriums am Donnerstag räumte Pjöngjang in Gesprächen mit einer US-Delegation ein, bereits seit Jahren ihr Atomwaffenprogramm heimlich fortzuführen. Ein ranghoher US-Regierungsbeamter präzisierte am Freitag unter Berufung auf Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, dass Pjöngjang über zwei Plutoniumbomben verfüge. Das Plutonium sei bereits vor 1994 produziert worden. In jenem Jahr hatte sich Nordkorea in einem Abkommen mit den USA verpflichtet, sein Atomwaffenprogramm einzufrieren. (APA/AFP)

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